Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
280
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280 LB. Nr. 043.

der Rechten segnet Rechts ohen kniren Heilige in Wolken, mit Davidan der Spitze. In der rechten Randleiste ist ein Rundgebäude mitSäulen, durch deren Oeffnungeu man die an der Tafel versammeltenPersonen beiderlei Geschlechts sieht. Tiefer steht, der Bronnen mitrundem Becken, und links von diesem pfeifen Musikanten. Vor demBrunnen sitzt ein Paar in Licbesnöthen, und eine stehende Dame mitdem Schleppe scheint die Regung der Eifersucht zu spüren, lieber dieSpitze des Pavillon hinaus reitet ein Mann dem Walde zu. Die imSchiff des Heils von Li 12 erwähnte Figur des Dr. J. von Eck kannsich jeder selbst deuten. Alle Rüder sind aus Einem Stocke gearbeitet,und fein durchgeführt, In der Mitte ist der Raun für den Titel offen.H. 9 Z. 1 L. Br, (i Z. Die Zeichnung zu dieser schonen Titelein-fassung könnte nach R. Weigel der Maler Hans Burgkmair gefertigthaben. Der Schnitt erinnert ihn an Hans Frank, genannt Lützelburger,so dass der Stock in Basel geschnitten worden wäre. Tm rothen Bocbeder Zunft zum Himmel daselbst tritt l.'JOS ein Maler Hans Frank alsMeister auf, doch nicht mit dem Beinamen Lützelburger. Die Titel-einfassung bat. aber nur oberflächliche Aebnlichkeit mit Titelholzachnitten,welche//*' gezeichnet sind, und mit Recht dem Hans Frank zugeschriebenwerden. Ob ihm das Zeichen auf dem erwähnten Titelholzschnitte an-gehöre, wagen wir nicht zu entscheiden. Auch ist es noch nicht aus-gemacht, dass Lützelburger mit Hans Frank Eine Person sei.

Der Stock zur erwähnten Titelbordüre gelangte später in den Be-sitz der Buchb&ndler Jörg Krapff und .lakob Vogker in Ingolstadt. Siebenützten ihn zum Titel folgenden Werkes: Christenllirhc irusslegung

der Evangelien», vonn der Zeil, durch das gantz Jar -------. JJurch

Johan von Eck Doclor vnd Vice Cancellier der Vnir>crsiläl zu In-goldslal — . Gedruckt zu Ingelslat M. D. XXX. ff. fol. Im ersten undzweiten Theil ist der Stock noch sehr gut, im dritten Theil gehtaber durch den beichtenden Mann bereits ein Sprung. Der vierte undder fünfte Theil haben andere Bordüren. In den früheren Theilen desWerkes sind noch mehrere andere Holzschnitte, welche an Schäuffelinund Burgkmair erinnern. Nur ein einziges Blatt trägt das Zeichen vonMartin Ostcndorfer.

943. Lanzelot Blondeel. geh zu Brügge I49S, war in seinerJugend Maurer, und daher fügte er auch seinen Gemäldendie Maurerkelle hei. 0. van Mander nennt ihn einen gutenMaler der alten Schule und einen Baukundigen. Lanzelotx^7 brachte nämlich in seinen Gründen Architektur, und beson-ders Ruinen an. Dann gefiel er sich in reichen Ornamenten, welchein (iold aufgetragen sind, oder Marmor und Bronze nachahmen. Seim'Figuren erscheinen öfter in einem eigentümlich ornamentirten Rahmen.Im Museum zu Berlin ist ein Bild der Madonna mit dem Kinde aufeinem reich verzierten Thron, welcher mit einem prächtigen Umbauden Hintergrund bildet. Im Umbau sind als Marmorsculptnren derSündcnfall, und als Bronzesculpturen Engel, die Anbetung der Hirtenund andere biblische Vorgänge angebracht. Nach solchen Bildernnennt ihn C. van Mander einen Rauwkundigen. Vasari weiss vonNachtstücken und Feuersbrünsten, und erkennt darin einen ausgezeich-neten Maler. In Belgien findet man noch ziemlich viele Gemälde vonLanzelot. Ein eigentümliches Zierstück ist im Museum zu Brügge,welches den hl. Lucas vorstellt, wie er die Madonna malt 1848. DieGoldornamente bilden einen Rahmen, Derselbe Fall ist auch mitdem Gemäde in der Kirche St. Sauveur mit St. Lucas und St. Eligiusvon 1848. In der Sammlung des Hrn. Imbert zu Brügge ist ein kleines

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