248 L. Nr. 859.
28) [B. 123], Magdalena in der Wüste. In der Mitte unten aufder Tafel L. II. 4 Z. 2 L. lir. 3 Z. 2 L. Es existirt eine geringe,aber sehr seltene Copie.
28b) [B. 124]. St. Magdalena auf Wolken stehend, nach anderenPandora mit der Vase. In der Mitte unten L, rechts t!it(i verkehrt,H. 4 Z. <i L. Br. 2 Z 9 L.
Es existirt eine freie Copie, in welcher die Figur nicht auf Wolken,sondern auf einem Felsen erscheint. Im Original ist der Grund mitStrichen überarbeitet, in der Copie durchzieht ein Fluss die weiteLandschaft. Eine andere originalseitige Copie hat ebenfalls die ver-kehrte Jahrzahl, es fehlt aber der Buchslabe L.
29) [B. 120]. Der Mönch Sergius von Mahomed getÖdtet, seitBartsch so genannt. Rechts liegt die Leiche eines Mannes mit durch-schnittener Kehle, und neben ihm schläft ein Greis in orientalischerTracht auf dem Boden sitzend. Zwischen seinen Beinen liegt dieScheide des Schwertes, welches ein riesiger Knecht zwischen beidendavontragen, oder dem Schlafenden zuschieben will. Im Grunde sindBäume und einige Figuren. Links unten auf der Tafel L, und daneben150(i. II 10 Z 10 L. Br. 8 Z. I L.
Aus dieser Vorstellung ersehen wir, dass nicht Mahomed derTödter seyn kann, indem er schläft, und ein Knecht das Schwert hält.Letzterer mag Mahomeds Knecht seyn, von welchem die alte Sage geht,dass er in der Trunkenheit den Einsiedler Sergius erstochen habe,wesswegen Mahomed den Wein verbot.
30) [B. 127-133]. Die christlichen Tugenden, Folge von 7 Blätternmit nackten weiblichen Figuren vom Engel gekrönt. II. 6 Z. Br. 4 Z.
Die späteren Abdrücke haben Nummern und die Adresse vonM. Petri.
31) Der Abschiedskuss. Eine, junge Dame in langem Kleide mitweiten Aermeln neigt in Mitte des Blattes den Kopf gegen einenwohlgekleideten jungen Mann in kurzem Rock, und dieser drückt vordem Baume im Gehen den Kuss auf ihre Lippen. Rechts an derSeite der Frau geht die Begleiterin, ebenfalls in eleganter Kleidung,und trägt ein Kästchen auf dem Kopfe. Beide Figuren schreiten aufeinem leicht begrasten Boden nach links hin. H. 3 Z. 10 L. Br.3 Z. 1 L.
Dieses zart gestochene und äusserst seltene Blättchen ohne Zeichenwurde früher dem alten holländischen Meister von 1480 oder 1488zugeschrieben, Frenzel vindicirt es aber in Naumann's Archiv für diezeichnenden Künste I. S. 193 dem Lukas von Leyden. Es ist aucheine schöne Copie beigegehen. Man kennt nur zwei Exemplare. Einesist in der Privat-Kupferstichsammlung des Königs Friedrich August II.von Sachsen, das andere im britischen Museum.
32) Ein alter Mann, welcher auf der Bank vor dem Bette sitzendein nacktes Weib umarmt. Letzteres greift in seine Börse, und reichtmit der linken Hand dem hinter dem Vorhange des Bettes stehendenjungen Manne Geld. Links macht ihm der Narr lachend ein Eselsohr,und rechts blickt der Tod mit der Sanduhr zum Fenster herein. Auder Mauer im Grunde hängt ein Gemälde mit der Geschichte der Judith.Auf dem Stückchen Papier rechts auf dem Boden steht der Buch-stabe L. H. 6 Z. 9 L. Br. 5 Z. 1 L.
Dieses Blatt, welches wir auch unter dem Titel des Hurrenhauseserwähnt fanden, wird dem Lukas von Leyden zugeschrieben, es istaber nur nach einer Zeichnung desselben gestochen. Dieselbe Com-position hat auch der Monogrammist HIV III. No. 1284 gestochen.