Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

130 IT. Nr. 484.

neben den drei Jünglingen im glühenden Ofen erblickt. Der Teufelist links an der Mauer angebracht, und kann sich mit dem Schlüsselnur auf unsern Thüfcl beziehen. Der Schlüssel kommt auch einzelnauf Holzschnitten vor, und dann ist er auch zwischen die BuchstabenIT gesetzt. Einen Johann Teufel oder Tbüfel kennt auch B. Jobin,indem er ilfti in der Vorrede zu T. Stimmer's Abbildungen der Papstevon 1573 ausdrücklich nennt, so dass der Meister vielleicht Bildnissevon Päpsten geschnitten hat. Vincenz Steinmeyer gedenkt seiner eben-falls in dem von ihm 1620 herausgegebenen Kunstbüchloin, in welchemAbdrücke von Platten aus dem IG. Jahrhunderte vorkommen. Christwusstc nach der Tradition, dass Holzschnitte eines sächsischen Mei-sters mit biblischen Vorstellungen aus der Zeit um 1540, und dannsolche von 1570 einem Johann Teufel zugeschrieben wurden. Christgibt ein ähnliches Monogramm, und auch den Schlüssel zwischen denBuchstaben IT. Letztere kommen aber auch ohne diesen vor, undseltener ITF mit der Jahrzahl 1558 über dem Schlüssel. Es unter-liegt keinem Zweifel, dass die Holzschnitto mit dem Monogramme undden Initialen dem Johann Teufel angehören, welcher in Wittenbergzur Illustration der Bibelausgaben beitrug, und auch Bildnisse vonsächsischen Fürsten und Grossen in Holz schnitt. Brulliot I. No. 2721wusste davon, er ist aber einer der ersten, welcher den sächsischenHolzschnitttcufcl läugnete, und den Jakob Lucius Transylvanus sub-stituirte, über welchen wir unter ILC und ILCF gehandelt haben.Er beschuldigt Christ und Malpe einer irrigen Deutung, und daherwerden auch in verschiedenen Catalogen die Holzschnitte des JohannTeufel oder Thüfel dem Jakob Lucius aus Kronstadt in Siebenbürgenzugeschrieben, welchem sie nicht angehören. Brulliot wollte JohannesTransylvanus lesen, wir glauben aber an die Existenz des Teufels inWittenberg, was die Materialisten nicht übel nehmen werden.

Sehr reich an Holzschnitten dieses sächsischen Meisters ist:Biblia das ist: die gantze heilige Schriffl, deudsch. D. Marl. Luth-Wittenberg gedruckt durch Hans Lufft 1572, iHttb, fol. Die Stöckewurden aber schon in früheren Ausgaben benützt. Die verschiedenenMonogramme und Initialen von J. Teufel kommen mit den Jahrzablenvon 1558—1570 vor. Die Bilder sind in den Text eingedruckt. H. 4 Z.3 L. Br. 5 Z. 8 L., und etwas kleiner. Reich illustrirt ist auch A-Lobwasser's Biblia darinnen die Summarien aller Capitlel in deutscheReime verfasset. Leipzig 15ttb, 8. Auch in diesem Werke kommenHolzschnitto mit den Initialen I T, mit dem Monogramme und nn*dem einzelnen Schlüssel vor. Ein zweiter Formschneider zeichnete Lund verband auch die Buchstaben LHF zum Monogramme. In Lob-wasser's Werk kommen die Zeichen der letzten Reihe vor. Auch > nder sächsischen Chronik von II. Bünting. Magdeburg 1586, findet manHolzschnitte von Johann Teufel, wie in der Bibel und den Summarienmit andern vermischt.

484. Isaak Taylor, Kupferstecher, geb. zu London 1740, ges*--ryr^ \W&, war Schüler von F. Bartolozzi und hinterließ

'y//^,- 7 _o viele Blätter in Punktir- und Kreidemanier. Je neCr^J^-'fi/ 0 ' aus Boydell's Verlag haben wir im Künstler-Lexico"verzeichnet, da auf allen der Name vorkommt. Das Monogramm n» 1den Jahrzahlen 1792 und 1793 findet man auf Blättern in Kreide-manier in: Original Sketches from Nature. London, Simpson. Dre>Hefte in qu. fol. Taylor stach dazu verschiedene figürliche Blätt?r>und auch Thiergruppen nach James Ward. Letzterer starb 1859 M°91. Jahre.