6 IMS. Nr. 22.
p. 846 zählt ihn zu den unbekannten Kupferstochern der deutschenSchule, und zählt nur die Blätter mit den Initialen auf, ohne auf denUrheber und die Zeit seiner Thätigkcit Rücksicht zu nehmen, H. Weigel,Kunstkatalog No. 14,980, ist der erste, welcher auf Jan Mabusc veriiel,indem die Matter mit IMS lebhaft an ihn erinnern, und er findet esnicht zu gewagt, diesem Meister auch den Stich zuzuschreiben. JanMabuse hatte 1820 auf I8'>l in Middelburg den Albrecht Dürer ken-nen gelernt, und da der deutsche Meister auf seiner Heise auch Kupfer-stiche und Holzschnitte mit sich führte, so konnte Mabuse leicht an-gereizt worden, mit der Nadel und dem Grabstichel, ja selbst mit demSchneidmcsser sich zu vorsuchen, da auch das Datum 1822 dafür zusprechen scheint. Passavant, P. gr. III. p. 22, schreibt dem J. Mabusewenigstens die Iladirung mit dem verspotteten Heiland zu, und in denIMS gezeichneten Blättern findet er den Styl desselben so entschieden,dass man den Stich eher dem Mabuse, als einem Nachahmer seinerArt, zuschreiben kann. In diesem Falle muss aber das I )l S 152(1gezeichnete Gemälde in der Gallorie des k. Museums in Berlin von JanMabusc herrühren. Es stellt das Urtheil dos Salomon vor, nach Waagen(Verzeichniss der Qem&lde-Sammlung S. 188 No. 92) von einem nieder-ländischen Meister, welcher unter dem Einflüsse des Bornard van Orleyund Lukas van Leydcn stand. Dieser Meister wird nun Jan de Ma-buse seyn.
1) [B. 1] Die hl. Jungfrau das Jesuskind küssend in halber Figur.Sie sitzt rechts am Fusso eines Baumes nach links gewandt mit demKinde auf dem Schoosse, welches einen Apfol hält. An einem Astedes Bauines hängt das Täfclchcn mit IMS 1522. Höhe 4 Z. 8 L.Br. 3 Z. 2 L.
In W. Y. Ottlcy's Collection of Fac-similes of scarce and curiousprints. London tt)2(l, ist eine Copie dieses Blattes. Weigcl worthetdas Original auf 8 Thlr.
2) Die hl. Jungfrau, wie sie dem Kinde eine P'rucht reicht. Siesitzt nach rechts gewandt auf dem Boden, und neigt sich gegen dasKind auf dem Schoosse. Hechts unten IMS. Höhe 8 Z. 8 L. ?Br. 3 Z. 10 L.
3) [B. 2] Der leidende Heiland vor einem alten Gemäuer sitzendnach rechts, mit der Dornenkrone, und nur mit einem leichten Tucheum die Lenden. Er stützt den Arm auf den linken etwas höhetstehenden Schenkel, und legt das Haupt auf die linke Hand. Rechtszurück reicht der Kriegsknecht in halber Figur gebückt dem Heilanddas Rohr, und hinter ihm öffnet sich ein gothisches Thor. II. 7 Z. 8 L.Br. 8 Z. 8 L.
Dieses Blatt ist radirt, und ohne IMS, Passavant schreibt es aberdiesem Meister zu. In neueren Abdrücken ist unten in der Mitte dasMonogramm des A. Dürer beigefügt, und daher ist das Blatt bei HellerNo. 2263 beschrieben.* Einen Abdruck ohne Monogramm fand Passa-vant im Pariser Cabinet.
Holzschnitt.
4) [B. 3] Herkules und Omphale. Enteret sitzt links in Profilauf einem Picdestal, hält die Keule in der linken Hand, und stütztdie andere auf den Schenkel der Omphale, welche gegenüber sitzt.Links oben an der Säule IMS. II. 9 Z. 6 L. Br. 6 Z. 3 L.
Passavant widerstreitet die Eigenhändigkeit von Malcrformschnitten,in diesem Falle gesteht er aber inconsequenter Weise selbst zu, dassMabuse sich im Formschnitt vorsucht haben könnte. R. Weigel er-