IK. Nr. 2684. 1027
Kadow die Nachrichten zusammen, welche sich über J. Kerver finden,da er ein Verzeichniss der Blätter bekannt machte, welche man demJakob Kerver oder Jakob Köbel bis auf den heutigen Tag zugeschrie-ben findet. Dagegen trat Hr. Oberfinanzrath Sotzmann in dem ge-nannten Archiv VI. S. 90 ff. mit Heftigkeit auf, und verweiset zugleichden Jakob Kerver in seine Offizin, wo er mit der Presse, aber nichtmit dem Grabstichel und dem Schneidmesser zu thun hatte. Es wäreuns auch nie mehr eingefallen, dem Jakob Kerver die / K gezeichnetenBlätter des vorhergehenden deutschen Meisters zuzuschreiben, undwir führen daher denselben nur ein, um die Buchstaben seines Signetsgegenüber zu stellen, da sie die Veranlassung gaben, die Holzschnittemit I K dem Jakob Kerver beizulegen. Papillon, Gandellini und Zaninahmen diess als gewiss an, und somit musstc consequentcr Weisebis auf Sotzmann Jakob Kerver Holzschnitte eines deutschen Meisters/ K in Beschlag nehmen. Er war der Sohn des Buchdruckers Thiel-man Kerver, über welchen wir unter TK Nachricht geben. Kerverder Sohn trat 1838 als Buchdrucker auf, und betrieb bis 1583 dasGeschäft in Paris, vielleicht ohne Deutschland und seinen Gcgenfüssler/ K gesehen zu haben. Einige seiner Druckwerke sind ebenfalls mitHolzschnitten verziert, darunter ein altes und neues Testament, wel-ches 1!)C>0 erschien, 8. Die Blätter sind sämmtlich unbezeichnet, undvon verschiedenen Händen. Ein mit 128 Holzschnitten illustrirtesHauptwerk aus Kerver's Offizin ist: Hypnerotomachie, ou Discoursdu songe de Poliphile deduisant comme amour le combat ä Vocca-sion de Polia Soubsz la fiction de quoy Vauteur montrant que tou-tes choses lerreslres ne sont que uanite", traieli de plusieurs ma-tteres profitables et dignes de memoire. Nouvellemenl traduiel delangage Italien en Francais. Paris, Jacques Kerver iö46, 1554,15(>I, fol. Die Holzschnitte sind den alten italienischen Umrissenim bessten Styl der Renaissance trefflich nachgebildet, und etwas mehrausgeführt. Das Zeichen I K kommt auf keinem Holzschnitte vor, unddie Blätter sind auch nicht von Kerver geschnitten. Das oben gege-bene Rund mit I K ist aber in der Titelbordüre dreimal angebracht.J. Kerver verlegte auch noch andere illustrirte Werke, wie den Traue"de L. B. Alberli 1553, die Annotationes in decem libros M. VitruviiGuilelmi Philandri 1545, und einen Todtentanz. Kein einzigerHolzschnitt in diesen Werken ist I K gezeichnet, und daher mussman den J. Kerver als Formschneider aufgeben. Sein Signet kommtaber in der Schlussvignette der Druckwerke vor. Sie stellt ein aufden Hintcrfüsscn sitzendes Einhorn nach rechts vor, in dessen Schilddas erste der obigen Zeichen ist. Ohne Einfassung, Höhe des Thieres4 Z. 3 L. In der kleineren Vignette ist das Thier mit dem Schildenach links gewandt. H. 2 Z. 3 L, Eine andere Verlagsvignette stellteinen niederen Tisch vor, auf welchem zwei Hähne rechts und linksvon einem Hirsstängcl stehen. In einer weiteren Vignette ist das /nicht ausgedrückt, und die Hähne erscheinen auf dem Mist in ovalerEinfassung. Kerver hatte die Vignetten nach den Formaten der Büchereingerichtet.
2684. Joseph Kluck, Buchdrucker in Wittenberg, fügte die Ini-tialen seines Namens auf der Titeleinfassung folgenden Werkesbei: Ada der Disputation zu Mensburg, die fache deshochwirdigen Sacraments betreffend, im 1529 Jar. Wittenberg 1529.Am Ende: Gedruckt SU Wittenberg durch Joseph Kluck 1529, 8.Oben ist der segnende Heiland mit der Weltkugel, und zu beidenSeiten der Titelschrift sind die Bilder der Heiligen Petrus und Paulus
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