IGCW-IGF. Nr. 2426-2428. 943
2426. Johannes Gutlinger, Miniaturmaler, ist der Träger dieserT C C \JV -l/iR7 Initialen, welche aber nicht als FacsimileJ. Ix. Vj. VY. I HO/. zu betrachten sind. Dieser Meister wurdeerst in neuester Zeit durch den Anzeiger für Kunde deutscher Vorzeitvon Frhrn. v. Aufsess 1853 No. 2 bekannt. Im germanischen Museumzu Nürnberg sind von Gutlinger zehn Miniaturen aus einem lateini-schen auf Pergament geschriebenen Plenarium, welche sich durchSchönheit der Compositum, sowie durch Eleganz und Geschmack derAusführung auszeichnen. In der Zeichnung erinnern sie an die Weisedes Martin Schön, doch bleibt Gutlinger hinter dessen Vollendungzurück. In der Farbengebung aber beweist er eine Feinheit, dass erdarin einzig dastehen möchte. Der Künstler beabsichtigte eine eigent-lich malerische, pittoreske Wirkung, wie sie in jener Zeit gewöhnlichnicht gesucht wird. Auf den meisten Blättern nimmt die Malerei denganzen weissen Raum des Pergaments ein. Die figürlichen Darstell-ungen sind im Anzeiger nicht beschrieben , aber über die Behandlungdes Goldes und der Farben ist Ausführliches zu lesen. Besondershervorgehoben ist nur die Darstellung der Himmelskönigin mit weib-lichen Halbfiguren In sechs von Blumengewinden gebildeten Medaillons.Auf einem dieser Bilder steht auf dem gewundenen Blatte einer Blume:C. Johan W. nes Gut i4(i7 linger. Die Trennung des Namens unddie Einschiebung der Jahrzahl kommt von der Windung des Blattes.Auf einem anderen Blatte stehen die Initialen J, G. C. W. 1M7. DerBerichtgeber in dem erwähnten Anzeiger glaubt, dass der Künstlerder Familie der Gutlinger oder Gutlinger in Augsburg angehöre, daauf einem Blatte die hl. Afra mit den Wappen des Klosters zumhl. Kreuz in Augsburg dargestellt ist. Im alten Ilandwerksbuche derStadt kommen aber nur zwei Maler Gumpold Gutlinger vor, wovonder eine 1522, der andere 1547 starb. In diesem Jahre starb auchein Florian Gutlinger. Der Miniaturmaler Johannes Gutlinger lebtewahrscheinlich ausserhalb Augsburg. Die Initialen C. W. bedeutenvielleicht Civis Werdensis.
2427. Jean Gaspard de Marsy, Bildhauer von Cambray, welchert n I /l/f *"^' * n P ar ' 3 star b, verzierte mit anderen CollegcnJ Cf de-^/'L . die kleine Gallerio des Louvre. Saint-Andre hat
J diese Decorationen nach Zeichnungen des Ch. lc Brun
in Kupfer radirt und gestochen, und auf Blättern des Werkes kommendie gegebenen Buchstaben vor.
2428. Melchior Geldorp, Bildnissmaler in Cölu, war um 1610bis 1640 thätig. Er war ein Verwandter oder derSohn des Geldorp Gortzius, mit welchem er beiBrulliot I. No. 1854 verwechselt wird. Dieser Schrift-
~/~'/~ y Tr r steller fand das erste Zeichen mit der Jahrzahl 1012
xT^Xjji auf zart vollendeten Bildnissen. Auch Merlo nennt
Bildnisse, gibt aber das zweite Monogramm, und ein diesem ähnliches,nur etwas geneigtes Zeichen, welches demnach für MGF gelten soll.Merlo nennt das Bildniss eines Geistlichen mit dem Monogramme unddem Beisatze: Anno 1615 | Aetatis 59. Dieselbe Bezeichnung trägtauch ein weibliches Bildniss von 1618. Spätere Bildnisse sind von1627 und 1637, alle auf Holz gemalt. Abraham Hogenberg stachnach ihm das Bildniss des Herzogs Wolfgang Wilhelm Pfalzgrafenbei Rhein und Herzogen in Bayern zu Pferd, gr. fol.
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