IF. Nr. 2294. 907
Anzahl von Zeichnungen, welche er auf seinen Reisen gefertiget hatte.Von seiner malerischen Reise auf dem Waagflussc in Ungarn erschie-nen bis 1818 vier Hefte mit 16 Blättern von Schlotterbeck, im Jahre1826 wurde aber in Pesth das Werk fortgesetzt. Auf seinen Reisenrichtete der Künstler auch ein besonderes Augenmerk auf die Denk-male der Plastik und Architektur, und veranstaltete darüber folgendesWerk: Denkmale der Baukunst und Bildnerei des Mittelalters indem Oesterreichischen Kaiserthume. Gezeichnet und unter Aufsichtvon Joseph Fischer — gestochen von österreichischen Künstlern.Wien 1017, 1010 roy. föl. Dieses Werk gab der Fürst Eduard Lich-nowsky heraus, es erschienen aber nur drei Hefte. Besonders geist-reich und theils flüchtig radirt sind die kleineren Blatter dieses Mei-sters. Sie bestehen in Köpfen, Figuren, Fischergruppen in S. Rosa'sManier, allegorischen Neujahrs- und Visitenkarten, in verschiedenenStudien, in Landschaften mit Ruinen und Inferioren u. s. w. EineFolge von ltf kloinen Landschaften hat die Widmung als Titel: Mei-nem Freund M. v. Molitor, qu. 8., 12. und 16. Auf verschiedenenradirten Blättern kommt das Zeichen vor. Darunter ist ausser denLandschaften eine Folge von sechs Blättern mit Hunden 1003. H. 4Z.
2 L. Br. !i Z. 2 L. Die meisten Blätter dieser Folge haben das Zei-chen mit der Jahrzahl 1003. Auch auf etwas grösseren Blättern mitHunden und anderen Thieren von 1009 ist das Monogramm beigefügt,so wie auf solchen mit Thierköpfcn und Ziegen. H. 3 Z. 10 L. Br.
3 Z. 7 L Auf anderen Radirungen kommen die Initialen J F vor,welche wir unten geben. Die Gräfinnen Czernin und Kageneck radirtenebenfalls Blättar nach seinen Zeichnungen, erstcre Figuren und Köpfe,letztere eine nette Folge von Landschaften mit Ruinen, qu. 8. Be-sonders zahlreich sind die radirten Blätter des Grafen Magnis nachFischer's Zeichnungen, und theils mit dem Monogramme verschen.Sie bestehen in Studien akademischer Figuren, theatralischen Chorak-teren, Cosaken, in allegorischen Figuren, Gruppen, Büsten von Orien-talen , Ansichten gothischer Gebäude, Landschaftsstudien nach derNatur und aus der Idee n. s. w. Ein grosses Blatt von Magnis stellteine karrikirte Thcegesellschaft vor. Fischer hinterliess aber ebenfallsgrosse Blätter. Besonderen Beifall erwarb er sich mit dem Kupfer-stiche des im Tempel lehrenden Jesusknaben nach Spagnoletto's Ge-mälde in der Wiener Gallerie 1793, roy. qu. fol. Eben so gross isteine Allegorie auf den Kaiser Franz, wie er unter dem Schutze derMinerva und der Justitia die Huldigung seines Volkes empfängt. InAquatinta, s. gr. roy. fol. Ein weiteres Aquatintablatt stellt die Ehe-brecherin vor Christus vor, nach Füger's reicher Composition, s. gr.roy. qu. fol. Man findet auch noch andere Blätter, welche radirt undin Aquatinta übergangen sind, besonders wilde Landschaften im Ge-schmacke des Salvator Rosa. Fischer arbeitete Blätter ]in verschiede-nen Manieren zum Unterrichte an der k. k. Akademie aus. Er hatteals Professor der Radirkunst den Titel eines akademischen Rathes.
2294. Jeremias Falck, Zeichner und Kupferstecher, geb. zuDanzigr> 7 ^i629, gest. 1709, ist durch treffliche Blätter bekannt, weniger.^Jf durch Zeichnungen, welche mit der Feder umrissen und blauund weiss gehöht sind. Aeusserst selten ist ein fliegendes Blatt mitdem Bildnisse des Königs Johann III. von Polen. Die Büste ist imRande von Typendruck umgeben, welcher eine lange Biographie desKönigs enthält. Unten ist die Adresse: Nürnberg und Frankfurt amMayn bei Georg Scheurer, Kunsthändler, fol.