806 IB. Nr. 1944.
liat. Heller (Gesch. der Holzschneidekunst S. 128) und andere wolltendieses Werk dem Hans Burgkmair zuschreiben, woran aber nicht zudenken. Den Jörg Brno und den Jörg Brey führten wir zuerst in dieKunstgeschichte ein, und wenn Passavant einen Georg Brew festhält,so mag darunter unser J. Brue verborgen sein. Bas AugsburgerIlandwerksbuch gibt einen urkundlichen Beleg.
1944 Der Meister mit dem Vogel wird jetzt gewöhnlich Giovanni* r*\^l Battista del Porto genannt, und man bringt ihn nach
| ^J^ ffi,, - ( ' er Vermuthung des Abbe Znni (Maleriali &c. p. 134)A L> jtx ln it dem Modenescr dieses Namens in Berührung, dessenL. Vedriani in der Raccolta d(? Pittori, Sailtori ed Architelli Mo-dertest 1602 erwähnt. Zani verspricht den näheren Nachweis, hatteihn aber nicht geliefert, und somit bann der Künstler eben so gutauch Joh. Baptist Osello, Uccello und Passera heilten, wie andereglaubten. Der Meister mit dem Vogel gehört der lombardisch-venetia-nischen Schule an, es mag nun im Vogel sein Name liegen oder nicht.Wenn dieser eine so grosse Bedeutung hätte, so könnte man sogarauf ein Mitglied der Familie Francia schliesscn. Auf einem Gemäldevon Jacopo und Giulio Francia im Museum zu Berlin steht neben derKünstler -Inschrift noch ein Specht. Diese Künstler blühten um1500—1540, und unser Meister tritt um 1803 auf. Man kennt Kupfer-stiche und Holzschnitte von diesem Künstler. Erstere verrathon dieBekanntschaft mit den Blättern des Albert Dürer, doch bildete er sicheine eigenthümliche Manier aus, indem er ätzte und mit der Schneid-nadel vollendete. Dass er den A. Dürer studirt, beweisen einige seinerlandschaftlichen Hintergründe, welche Stichen dieses Meisters entnom-men sind. Das Blatt mit der Leda lässt auch schlicssen, dass derMeister mit dem Vogel in Rom gewesen ist. Im Hintergründe sinddie Ruinen des Tempels der Minerva Medica abgebildet. Diese Com-position stimmt ganz mit einem Gemälde von 1502, welches 18!il inHannover aufgefunden und für ein Werk des Leonardo da Vinci er-klärt wurde. Es ist im deutschen Kunstblatt 18.'il No. 8 beschrieben,die Aechtheit aber nicht allgemein anerkannt. Man könnte dieses Ge-mälde dem Meister mit dem Vogel zuschreiben, wenn auch die Ueber-einstimmung mit dem Kupferstiche nicht vollkommen ist Das vierteKind, welches den Hals des Schwanes umfasst, fehlt und der land-schaftliche Hintergrund ist ganz verschieden, da die Tempelruine weg-gelassen wurde.
Bartsch XIII. p. 244 ff. beschreibt 7 Kupferstiche und 3 Holz-schnitte von diesem G. B. del Porto. Seine Blätter stehen in hohenPreisen. Jenes mit dem wilden Manne B. 7 bezahlte Woodburn ausdem Cabinct Sykes mit 8 L. Andere Blätter gingen bei der Auktionzu 3 L. 8 Sh. (B. 2), 2 L. 12 Sh. (B. 4), iL. 15 Sh. (B. 6) weg.Die Holzschnitte wurden mit 1 L. 0—10 Sh. bezahlt. Weigel werthetdas Blatt mit dem Raub der Pluropa B. 4 auf 20 Thl.
1) St. Sebastian mit beiden Händen an den rechts stehenden Baumgebunden, und ein Mann, welcher mit der Armbrust nach ihm zielt.In der Mitte unten das Zeichen. H. 7 Z. 7 L. Br. 5 Z. 3 L.
2) Die nackte allegorische Figur der Prudentia mit Spiegel undSchlange in den Händen. Islantia expendo praeteritis sequentianeclo. Unten / B mit dem Vogel. II. i»/ t Z. Br. 2 Z.
3) Die Roma, oder Schutzgöttin Roms auf einem Haufen von Waf-fen der besiegten Völker sitzend. Unten sind die Buchstaben / B undder Vogel. H. 8 Z. 2 L. Br. !i Z. 10 L. Diese Vorstellung hatHieronymus Hopfer und ein anonymer alter italienischer Meister nach-gestochen.