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1520 erst 17 Jahre alt, und somit ist der Schnitt wohl in jenem Jahreentstanden, vielleicht in dem letzten Lehensjahre des Künstlers. Mitden anderen Holzschnitten, in welchen Bartsch eine Zeichnung desParmigianino vermuthet, ist es zweifelhaft.
Der Name HVGO, wie ohen gegeben, steht auf dem Holzschnittemit dem Kindermordo nach Raphael, B. XII 2. No. 8. Dieses Hell-dunkel von drei Platten ist sehr selten, und fehlt daher in den meistenSammlungen. Links am Piedestal steht in vier Zeilen: RAPH | AEL IURBI | HVGO \\. H. 10 Z. Br. 15 Z. 6 L. Auf dem Holzschnittemit St. Ilieronymus in der Wüste, angeblich nach Tizian, B. XII. 4.No. 31, steht VGO. Es ist diess ein Holldunkel von zwei Platten,wohl ein Produkt aus Venedig. H. 6 Z. Br. 3 Z. 5 L.
Ein zweites, sehr seltenes Blatt nach Balthasar Pcruzzi ist rechtsunten: PER VGO, gezeichnet. Es stellt den Herkules vor, wie er aufBefehl des Apollo den Neid aus dem Tempel der Musen treibt. B. XII.7. No. 12. H. 11 Z. 2 L. Br. 8 Z. 6 L.
Papillon macht aus der Unterschrift des Künstlers einen Perugo,welcher die Stelle des Hugo da Carpi einnehmen musste.
Das Schriften-Buch des Hugo da Carpi: Thesauro deScritlori. Opera artificiosa etc.
Ueber die ältesten, meist xylographischen Schreibbücher derItaliener gibt Sotzmann in Naumann's Archiv II. S. 278 ff. Nachricht,und S. 290 kommt er auch auf jenes zu sprechen, auf dessen TitelHugo da Carpi als Schriftschneider genannt wird. Sotzmann beschreibtdie Ausgabe von 153;», welche demnach aus einer Zeit stammt, inwelcher Hugo da Carpi längst todt war, und der genannte Schriftstellerleitet daher eine Untersuchung ein, ob dem Titel des Werkes in Be-zug auf Hugo's xylographischen Antheil Glauben beizumessen sei odernicht. Er wäre geneigt, denselben anzuerkennen, es müsstc denn un-umstösslich festgestellt werden, dass Hugo schon vor 1523 gestorbensei. Diess verhält sich in Wirklichkeit, und zwar nach einem Akten-stück vom 20. Juli 1523 bei Gualandi. Und dennoch kann und wirdHugo einen Theil der Schriften geschnitten haben, nur wurden diePlatten erst später zu einer Gesammtausgabe alter Schriftwerke benützt.
Herr von Sotzmann beschreibt nur die Ausgabe von 1535, welcheauch Bartsch kennt, und sie gab die Veranlassung, dass man die Lebens-zeit des Künstlers bis 1535 ausdehnte. Wir beginnen aber mit derAusgabe von 1528, deren Titel im Wesentlichen mit jener von 1535gleichlautend seyn wird Am Schlüsse des Titels steht: Composta conyralia ne lanno di noslro signore MDXXV. Mit Signaturen vonA—K. Die zweite Ausgabe ist von 1532, und diese führt uns auf denAutor des Thesauro de Scrittori, welcher recht gut wissen konnte,dass Hugo da Carpi die Schriften geschnitten, da er ihm wahrschein-lich selbst den Auftrag ertheilt hatte. Der lange Titel der Ausgabevon 1532 ist derselbe, und daher geben wir ihn unten bei der Anzeigeder Ausgabe von 1535. Ueber den Tesauro von 1532 handelt eben-falls Gualandi: Leitern di Michelangelo Gualandi e risposta di An-drea Teissier inlorno aqli arlisti Giovanni Gherardini, Ugo da Carpie Francesco Marcolini da Forli. Venelia i055, 8. Die Ausgabevon 1532 enthält 22 Bogen ohne Seitenzahlen, aber Custodcn vonA. 1 — A. 22. Auf der Rückseite des Titels sind die Utensilien desSchönschreibens abgebildet, und auf dem zweiten Blatte beginnt derBrief an den Lehrer, in welchem gesagt ist: che questo libro e V operadeü' accademia de molti eccellenti et notatissimi huomini ne lartedel scieere etc. etc. Impero non se discoslano dalo consiiilio et
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