062 HT. Nr. 1S69—1S71.
Es stellt einen Hafenplatz mit Gruppen von Kaufleuten vor. An derTonne links in der Ecke bemerkt man das Monogramm. Ein anderes,in der Weise des Claude Mellan gestochenes Blatt mit dem Zeichenin Doppellinien stellt den hl. Bonaventura stehend vor dem Crucifixein einer Landschaft vor, 8. Im Künstler-Lexicon haben wir 39 Blättervon Thourneyssen verzeichnet.
1569. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1680 thätig war,lyi und mit J. J. Thourneyssen nicht zu verwechseln ist. Er stach•H c - Blätter für folgendes Werk: Miranlisches Floetlein, odergeistliche Schüferey —. Durch P. F. Laurentium von Schnüffis —.Constanz I0fl2, 8. Das Blatt mit obigem Zeichen stellt einen unterdem Baume flötenden Schafhirten vor. Im Mittelgrunde ist ein Weibim Kahne, welches das Crucifix anbetet. Zwei Engel halten oben einBlatt Papier mit der Titelschrift. Die Blätter dieses mirantischenFlütleins sind sehr gering.
1570. Theodor Horschelt, Genre- und Schlachtenmaler, geb. zu!7~' München 1829, machte seine Studien an der Akademie daselbst,
3?Q . und entwickelte in kurzer Zeit ein glückliches Talent. Seineersten Werke bestehen in Thierstücken, besonders Jagden, und er er-warb sich damit bereits einen rühmlichen Namen. Für das Album desKönigs Ludwig I. lieferte er 1850 ein feines Oelbildchen, welches eineHirschjagd im Hochgebirge vorstellt, und im zweiten Jahrgange desvon Piloty und Löhle veröffentlichten Album von J. Wölffle litho-graphirt ist. Auch Zeichnungen mit Thieren in Landschaften stammenaus der Zeit seiner frühen Reife, und auf solchen findet man dasMonogramm. Etliche Bilder sind durch den Holzschnitt vervielfältigt,und daher kommt das Monogramm auch auf xylographischen Blätternvor. Später unternahm Horschelt eine Reise nach dem Orient, wo erreiche Studien nach der Natur machte, und das Leben des Volkes insAuge fasste. Besonderes Aufsehen erregte 1853 ein grösseres Gemälde,die Rast einer Sklavencarawano in der Wüste, welche in München zurAusstellung kam, und dann nach Wien gelangte. Aus demselben Jahrestammt auch sein erstes Bild im Fache der Schlachtenmalerei, einTscherkesscnkampf in grösserer Dimension. Gegen Ende des Jahres1853 begab sich der Künstler mit dem bekannten Schriftsteller HofrathIlackländcr nach Spanien, und unternahm von da aus im Frühjahr 1855eine Reise nach Afrika. Auf diesen Wanderungen bot sich ihm diereichste Gelegenheit zu Studien in der von ihm gewählten Richtung dar.Seit etlichen Jahren kennt er auch den Kaukasus aus eigener Anschauung.Er schloss sich der russischen Armee an, machte Schlachten gegen dieTscherkcssen mit, und steht jetzt im russischen Generalstab der Kau-kasus-Armee. Doch ist er noch immer der begeisterte Maler, welcherdas Leben in der Schlacht schildert. Gemälde aus der letzteren Zeitfanden in Russland Bewunderung und Käufer.
1571. Hans Thomann, der Maler, kommt im Bürger-Register derT ,—p-, Stadt Ulm 1442 als angehender Meister vor, und so fort bis|— I 1449, wie Weyermann im Kunstblatt 1830 No. 66 versichert.-L J- Er schreibt ihm auch das gegebene, dem Verfasser des Diction-nairo des monogrammes handschriftlich mitgetheilte Monogramm zu, undsomit wird Weyermann Gemälde mit diesem Zeichen gesehen haben. EinHans Thomann kommt aber 1470 auch unter den Nürnbergischen Malernvor, und somit könnte der Ulmer Meister in seinen späteren Jahrenin Nürnberg das Bürgerrecht gefunden haben. Gemälde mit dem obigenZeichen haben wir nicht gesehen. Der folgende Meister lebte um einJahrhundert später, und es wird wohl keine Verwechslung stattfinden.