Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
610
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610 HS. Nr. 1492.

Heller (Monogr.-Lex. S. 184) weist den Apin zurecht, und behauptet,letzterer nenne den Meister HS irrig H. Saucrdumm. Kr -will denKupferstecher Hans Saenredam substituiren , welcher aber nie Hans,sondern Jan oder Johann sich nannte. Auch sind die Holzschnittemit obigen Buchstaben in einer Zeit gefertigt, in welcher J. Saenredamnoch nicht geboren war. Christ (Monogr.-Erkl. S. 236) nennt auch einenHans Saerhrunn und einen H. Spirinus , welche aber ganz unbekanntsind. Christ ist auch derjenige, welcher den J. Heller auf Hans Saen-redam führte, indem er sagt: die Buchstaben // S sollen zuweilen auchSaenredam bedeuten.

Der Verfertiger der beiden Bildnisse, welche wir unten beschreiben,war sicher ein Maler, welcher wenigstens das erste Bildniss selbst ge-schnitten haben dürfte. In technischer Hinsicht bleibt es zwar hinterdem zweiten bedeutend zurück, indem das Wollen den Mangel anGeschick nicht ersetzt. Nur stellenweise zeigt sich eine sichere, imReinschneiden der Schraffirungeu ziemlich geübte Hand, im Ganzenaber sind die misslungenen Partien überwiegend. Dennoch aber istder Kopf malerischer behandelt, als jener in dem technisch vollendetenzweiten Blatte, welches ein plattes, gefühlloses Machwerk ohne Geist ist.Der Schnitt ist daher nicht von der Hand desjenigen, welcher das ersteBildniss ausgeführt hat, sondern von einem sehr geübten l<'ormschneidervon Profession, welchem das Vorbild auf dem Stocke vorgezeichnet war.Desswegen ist wohl über den Buchstaben HS der Federkiel beigefügt,wodurch sich der Zeichner lcgitimirt.

1) Sigmund I. König von Polen. Brustbild eines alten von vorngesehenen Mannes mit Pelzmütze. Das Kleid, mit eingewirkten Dessins,ist gleichfalls mit Pelz besetzt, und von den Achseln fallt eine Ketteauf die Brust herab. In der Linken trägt der König den Scepter.Den Hintergrund bedeckt ein Vorhang, in welchem rechts das polnischeWappen zu sehen ist. Unter diesem bemerkt man die Buchstaben HSim gestickten Vorhange. Unten in der Schrifttafel in Typeudruck steht:Sigismvndvs I Rex Poloniae, mgnvs dvx Li- | tvaniae, Rnssiae,Prussiae, Masoviae, Samagi- J liae etc. Dominus et haeres, bellipacisq: clarus, uicloriis celebris, pietate et reiigione | insignis,iuslus, Clemens, benignus: Anno aetatis LXXÄI, Regni. uero suiXLI | obijl: Anno ä Christo nato M.D.LIlll. Apriiis l. die. Höhe8 Z. 10 L. Br. S Z. 10 L.

Dieses Bildniss findet man auf dem Titel folgenden Werkes:Martini Cromeri de origine et rebus geslis Polonorum libri XXX.Basileae per Joannen Öporinum lOZö, lijijfi und (600, fol. InPolen scheint das Bildniss nicht geschnitten worden zu seyn, wenig-stens nicht von einem Hofmaler des Königs Sigmund. In einer Urkundevon 1537 heisst ein solcher: Michael Regiae Maj. Pictor, ein andererwird in einer Rechnung von 1U43: Dionysius Pictor Regius genannt.In einer um ein Jahr früheren Rechnung kommt sein voller Name vor,nämlich: Dionysius Sluba. Der älteste Hofmaler des Königs heisstJoachim, welcher in Krnkau lebte. In dem Ausgabenbuch« des Königssteht unter dem Jahre 1ÜI7: Gegeben dem Joachim Moler das restvor dy Toffel vbir den Scheppen - stule. Diese Tafel befindet sichauf dem Altare in Panny Maryi zu Krakait. Auf keinen der genanntenMaler passen die Bachitaben HS, und daher können wir noch immeran Hans Sauerdumm festhalten.

2) König Sigmund August von Polen, in jüngeren Jahren vorge-stellt. Brustbild von vorn mit hoher Pelzmütze, und starkem Backen-bart, welcher unten am Kinn in zwei Spitzen endigt. Das mit Pelzbesetzte Ober- und Untergewand ist mit Schnüren und Schlitzen ge-