HS. Nr. 1489 — 1492. 906
Dor Zeichner wird daher der Zeit nach dem Hans Burgkmair ziemlichnahe stehen, der Drucker scheint aber den Holzschnitt mit dem Kaiserzu Pferd bereits vor sich gehabt, und die Rückseite zum weiterenDrucke benutzt zu haben. Diess dürfte auch mit den biblischen Vor-stellungen der Fall seyn. Brulliot II. No. 2834 glaubt, den Musternfür Schreiner ein höheres Altcrthum einräumen zu dürfen, dieser An-sicht widerspricht aber das Blatt mit dem Kaiser. Brulliot setzt dasKnie des Winkelmasses abwärts, und gibt das S verkehrt, indem beiihm das Holzstöckchen gestürzt ist. Er hatte auch einen Abdruckvor sich, auf welchem handschriftlich Hugues Sambin 1354 steht.II. Sambin war Architekt und Bildhauer in Dijon , welcher sich einesaus HS bestehenden Monogramms bediente, aber den erwähnten Muster-blättern vollkommen fremd ist.
1489. Der unbekannte Meister, welcher durch diese Initialen
er* seinen Namen andeutete, ist mit dem vorhergehenden Knnst-•KJ schreiner wahrscheinlich Eine Person. Der Holzschnitt mitdenselben enthält eine breit behandelte architektonische Verzierung,oben und unten mit zwei Genien. H. 14 Z. Br. 10 Z. 9 L. DieNotiz über dieses uns unbekannte Blatt gibt Brulliot App. II. No. 143.Man wollte es dem Hugo Sambin, oder dem Herkules Setti zuschreiben,welche beide darauf verzichten müssen. Brulliot verfiel auf Hans Severin,welcher unten seine Stelle findet, aber hier keinen Antheil haben kann.Es bleibt nur der vorhergehende Meister übrig, da von ihm auch anderearchitektonische Blätter vorkommen.
1490. Hans Schwarz, Bildschnitzer von Augsburg, scheint durchn /£■ n /£" diese Buchstaben seinen Namen angedeutet zu haben.II *2> iL O ^ r zeichnete damit ein Schnitzwerk mit der Grab-
/\ Tt_J7 * @ legung Christi in braunem Holz, welches ein Haus-
i > I H) * n% -------altärchen bildet. Höhe 10 Z. 7 L. Br. 7 Z. 4 L.
Dieses feine Werk ist im Besitze des Herrn Rudolph Wcigel in Leipzig,und J. H. v. Hefner-Alteneck gibt es im sechsten Hefte der Kunst-werke und Geräthschaftcn des Mittelalters und der Renaissance IÖ50Taf. 34 in Abbildung. Im Texte wird Hans Schwarz als Verfertigerdes Schnitzwerkes genannt, mit dor Bemerkung, dass dasselbe an PeterVischer erinnere. Allein die Hauptfigur, der Leichnam des Herrn, istans Dürer's Grablegung der kleinen Passion entlehnt. Die Zeit von13Kl passt indessen für Haus Schwarz; er war noch 1338 thätig.
1491. Hans oder Johann Sibmacher (Siebmacher), Zeichner und
to" C> Kupferstecher, ist oben unter dem Monogramm 7/SNo. 1484eingeführt, und wir haben auch die Blatter verzeichnet, aufwelchen die Initialen des Namens stehen. Bartsch kannteweder solche mit dem Monogramme, noch mit den Buch-staben HS. Auch Brulliot gibt darüber nur geringen Auf-schluss. Wir verweisen auf den angezeigten Artikel, wo der vollständigeNachweis geliefert ist. Die Blätter mit HS kommen in dem gegebenenVerzeichnisse vor. Die ersten und die zweiten Buchstaben findet manauf rndirten Blättern mit Ereignissen aus dem Kriege gegen die Türken.Die kleineren Initialen kommen auf dem Stammbaume des HerzogsFriedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar vor.
1492. Hans Sanerdumm, nicht Hans Severin, scheint der Träger
HC ifTc tTt" dieser Initialen zu heissen. Er war Portraitmaler,O, qJ^HS und ist demnach wohl jener Künstler, welchem Apinin seiner Anleitung, Bildnisse berühmter Männer zu sammeln, die Ini-tialen HS zuschreibt, welche er auf Portraiten gefunden habeu will.
Monogrammistun Dd. III. 3Ü