HIE. Nr. Uli -1112. 419
1111. Elias Holl, Goldschmied und Kupferstecher, soll nach Christ,'•Jj-i a Monogr.-Erkl. S. 217, um 1038 in Nürnberg gearbeitet haben,r~i_ije-c g0 (j agg er m ; t (j cm Architekten dieses Namens, oder mitdessen Neffen Johann -Holl nicht Eine Person ist. Die Thätigkeit desGoldschmieds reicht aber über 106!» hinaus, wenn er noch jener Mono-grammist HF No. 912 ist, welcher Plätter mit Kinderspielen hinter-lassen hat, und der nach Christ ebenfalls Elias Holl heissen soll. DerTräger des obigen Zeichens nennt sich wirklich Elias Holl. Man hatvon ihm eine Folge von zwölf Blättern, welche in einzelnen Figurendie Monate vorstellen, und denen zugleich in der Luft eine niello-artige Verzierung beigefügt ist. Rechts oben ist die lateinische Be-nennung des Monats, und links die Nummer. Auf dem ersten Blatte(Januarius) steht ausser dem Monogramme im zweiten Drucke nochdie Adresse : Paulus Fürst Excudit. Die Blätter sind 3 Z. 9—10 L.hoch, und 3 Z. 3—8 L. breit. Die Bezeichnung ist jedoch nicht aufallen gleich. No. 2 ist ohne Monogramm, No. 3 trägt den NamenElias Hol, No. 4 ist ohne Zeichen, No. 5 hat rechts unten das obigeMonogramm, No. 0 den Namen Elias Holl F., No. 7 denselben Namenohne F., No. 8 und 9 sind unbezcich.net, No. 10 enthält das Mono-gramm mit f statt fec, No. 11 das Monogramm mit fec, und auf No. 12scheinen die Buchstaben H. F. zu stehen.
Dieser Folge der Monate wurde auch ein Titelblatt beigegeben,wahrscheinlich auf Veranlassung des Faul Fürst. Auf diesem Blattekommt ein aus CR bestehendes Monogramm vor, welches wir im zwei-ten Bande No. K81 gegeben haben. Dieses Zeichen brachte den mono-grammenkundigen Christ auf die Idee, dass E. Holl die Blätter nachC. Revcrdo gestochen habe. Darunter ist Caesar Reverdino zu ver-stehen, über welchen wir 1. c. No. !J8!i gehandelt haben. Das Titel-blatt zu den Monaten ist aber eben so wenig von Reverdino, als dieFiguren der Monate nach ihm gestochen sind.
1112. Hans Jakob Ebelmann, Schreiner von Speyer, kam mitt T -i—( TT T~» Jakob Guckeysen in Berührung, wie aus demf- / p -T'-, {rLi Artikel desselben unter dem Monogramm G I
iT 1 ' ,.JI No. 3101 zu ersehen ist. Beide Künstler, Schreiner
HT f7 i m höheren Sinne, bearbeiteten ein sogenanntes
JL C-i Schweyf-Buch, welches unter diesem Titel in
Cöln bei Johann Bussemacher erschien, fol. Es enthält 2!i radirtcBlätter mit architektonischen Ornamenten, Mustern zu eingelegten Ar-beiten, geometrisch-perspektivischen Figuren &c. Auf solchen seltenenBlättern kommen die Zeichen von J. Guckeysen und Ebelmann vor,und wir verweisen daher auch auf den Artikel des ersteren II. No. 3101.
Dann finden wir auch ein Werk mit holländischem Titel erwähnt:Nieuwe Compartementen voor alle constenaers, als plaetsnyders enschilders, youtsmeeden etc. Swarz ürolliy Inuentor. Jacob Goltziusexe., qu. fol. Dieses Werk enthält 17 oder mehr Blätter mit Orna-menten für Goldschmiede, Architekten, Maler u. s. w. Sie sind radirt,und theils mit den Zeichen des Guckeysen und Ebelmann versehen.Wir haben dieses Werk nicht gesehen, und wissen daher nicht, ob essich allenfalls um Copien nach den Blättern des Schwcifbuchcs handle.
Brulliot I. No. 174K b - gibt nur ein dem ersten ähnliches Zeichen,und verweiset auf Heller, welcher es kurzweg auf einen um 1600lebenden Zeichner Hans Jakob Ebelmann deutet. Vcrgl. auch dasMonogramm No. 1068.
27*