Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
394
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394 HH. Nr. 1045 — 1047.

Man findet auch gcpresste Einbände von einem jüngeren H. H.,welcher zuweilen ein figürliches Zeichen beifügte. Die Bibliothek derUniversität Erlangen bewahrt ein Exemplar von Scaliger de emen~datione temporum 1693, mit dem auf dem Deckel eingepressten Bild-nisse des Churfürsten Johann Georg von Brandenburg, welcher von1525—1598 lebte. Der Modelschneider zeichnete ebenfalls H H. Eiu1609 in Ansbach gedrucktes Buch ist auf dem Deckel mit dem Bildnissedes Markgrafen Joachim Ernst von Brandenburg und dessen Wappengeziert. Das figürliche Zeichen steht unter den Buchstaben HH. Diemit solchen Pressungen versehenen Bände sind selten, indem die Büchernur in fürstlichen Bibliotheken aufbewahrt wurden. Sie zeugen abervon einer eigonthümlichen Technik, welche in ihrer Art Vortrefflichesgeleistet hat.

1045. Hans Hofmann, Bildniss- und Blumcnmaler, ist oben unteri_r y_r dem Monogramm No. 1033 eingeführt, und mit Bezugnahme

auf jenen Artikel bemerken wir daher nur, dass auf feinenMiniaturen mit Blumen und Insekten die Initialen H H sich auf ihnbeziehen.

1046. Unbekannter Maler, welcher in der ersten Hälfte desII IT mSm r ' ^ • Jahrhunderts thätig war. Peter Darct stach nach ihmu. u pmx. dftS Bildnigg Acs Antoine Ruze Marquis d'Effiat de Cinc-

Marc, Gouverneur de Bourbonaise. Oval, 8. Dieses Bildniss erschienbei Moncornet, wurde aber dann auch für Odieuvre's Portrait-Samm-lung benützt.

1047. Heinrich Heerschop oder Herschop, Maler und Radirer vony_i t_i Ilaarlem, gehört zu den wenig bekannten Schülern des Rem-

• brandt. Wir hatten früher nur Kunde von dem Bildnissedieses Meisters, welches nach A. van der Willigen und Roeland vanEynden I. S. 65 eine Beischrift hat, aus welcher hervorgeht, dassHeerschop als Rembrandt's Schüler 1649 in einem Alter von 22 Jahrenstand, also 1627 geboren wurde. Heerschop malte Bilder aus demwerkeltägigen Kreise, zuweilen Obstverkäuforinncn, Matronen in derStube, Handwerker mit Weib und Kindern, Bauern auf dem Felde undbeim Mahle u. dgl. Man erkennt darin den Nachahmer Rembrandt's,welcher aber diesem Meister fern steht. Er fügte nur selten dieInitialen, oder den Namen bei, und daher ist der nie hochgeachteteMeister fast unbekannt geblieben. Ch. Kramm fand ein paar Gemäldein holländischen Catalogon angegeben, und beruft sich ausserdem aufein von Bryan - Stanley erwähntes Blatt mit der schlafenden Venus.Die Radirungen dieses Künstlers sind selten, und er fand desswegenkeine Stelle im Peintre-graveur. Flüchtig, aber geistreich behandelt,erkennt man darin Rembrandt's Schule. Wir verzeichnen diese Blätter,da sie Kramm nicht kennt, und anderwärts das Vcrzeichniss fehlt.

1) Bathseba im Bade. Sie sitzt nackt in Mitte des Blattes mitdem rechten Fusse im Wasser, und wendet den Kopf nach links, woihr ein altes Weib einen Brief bringt. Rechts im Vorgrunde ist eineFontaine, und im Grunde reichen zwei starke Bäume bis an den oberenRand der Platte. In der Ferne bemerkt mau ein reiches Gebäude,auf dessen Dach der König David steht. Unten links im Wasser stehtverkehrt: H. Herschop. 1652. H. 7 Z. 8 L. Br. 5 Z. 4 L.

Dieses Blatt ist sehr selten. Im Museum zu Amsterdam ist einExemplar.

2) Venus schlafend unter einem zwischen Bäumen aufgerichtetenZelte. Neben ihr sitzt Amor, und im Hintergründe lauschen Satyre.