ITH. Nr. 1042 — 1044. 393
somit erscheint Ilolzmüllcr nur als Verleger. Unter dem aus HS mitder Schaufel hestchenden Monogramme Schäufelein's gehen wir einenähere Beschreibung.
1042. Unbekannter Formschneider, welcher in der zweiten HälfteH'H. ^ cs !"• Jahrhunderts thätig war, und der sächsischen Schuleoc^ra^. angehört. Wir glauben indessen auf Hans Hewamaul auf-merksam machen zu dürfen, von welchem bekannt ist, dass er 1574von Halle aus an Thurncisser 300 geschnittene Stöcke geschickt habe.Das Blatt, auf welchem die Buchstaben H'H vorkommen, gibt dasBildniss des Churfürsten August I. von Sachsen, genannt der Fromme.Dieser Fürst kam 1333 nach dem Tode seines Bruders Moriz I. zurRegierung, und starb (880. Die Zeit stimmt also für II. Hewamaul,und da dieser so viele Stöcke vorräthig hatte, so möchte er wohl aucheinige bezeichnet haben. Bisher fand man aber keinen Anlass, ihmBl&tter zuzuschreiben, wenn ihm nicht solche angehören, welche BartschIX. p. 408 einem unbekannten II fl zuschreibt, worunter wir aber denHeinrich Ilolzmüllcr erkennen. Das Bildniss des Churfürsten August 1.ist sehr schön geschnitten, und wird anderwärts , wohl mit Unrecht,dem Anonymus des Bartsch zugeschrieben , nämlich dem vorhergehen-den Meister.
1043. Hans Holbein der jüngere hat, wie schon im Artikel des-
Uq |__| , /-/ „ selben No. 1038 bemerkt, einen Nachahmer, welcher
' ' ' ' * ' U <Q.' ebenfalls H II zeichnete, wenn nicht die Initialenauf analogen Werken später beigefügt wurden. Dieses könnte mit einerZeichnung in der Sammlung des Malers Wicar zu Lille der Fall seyn.Sie stellt den Apostel Andreas vor, und wird mit noch sieben anderenZeichnungen mit Apostelfigurcn dem II. Holbein zugeschrieben. DieseBlatter sind jedoch von einem anderen deutschen Meister in der Artdes Holbein, und es fragt sich nur noch, ob die Buchstaben HU f 54«ursprünglich, und nicht von späterer Hand beigefügt wurden. Es lebteaber ein Meister IIII , von welchem wir in Holbcin's Artikel eineskleinen Gemäldes mit der Gcisslung Christi erwähnt haben, und somitkönnte auch die Zeichnung mit St. Andreas von einem unbekannten//. II. herrühren.
1044. Unbekannter Modelschneider, welcher in der ersten Hälftetj T_r des Kl. Jahrhunderts thätig war. Er schnitt Formen für^, £r' A Buchbinder zum Einpressen auf die mit Leder überzogenenKl XT1 P' Bücherdeckel, die sogenannten llornbände. Dieser Meisterwählte Motive von Holbein, so wie sie uns in Titelverziernngen vor-kommen. Der bekannte Bancrntanz, eine Reihe von Medaillons mitden Bildnissen des Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, JohannesHuss u. s. w. weisen auf Zeichnungen und Holzschnitte nach Holbein.Ein solcher Medaillon ist////, gezeichnet, worunter vielleicht Holbcin'sName angedeutet ist, wenn nicht eher jener des Modelschneiders.Solcher Formen bediente sich ein Buchbinder in Wittenberg. ProfessorDr. Rössler fand in der Universitäts-Bibliothek zu Erlangen Einbändevon Büchern aus der Bibliothek des Taul Ebner, welcher von 1336"bis 1300 in Wittenberg lebte. Die Bücher haben gopresstc Deckelmit Bildformen nach Motiven von Crannch und Holbein, und man kanndaher annehmen, dass der Graveur in Wittenberg gelebt hat. In dieserStadt scheint die Kunst der Pergamentpressung einen grossen Auf-schwung erlangt zu haben , indem sich Einbände von meisterhafterVollendung finden.