H G. Nr. 945. 331
Alten wird aber von Hans Baidung Grün herrühren, so dass also nachA. Dttrer's Autorität das Zeichen Hans Grün bedeutet.
Die beiden anderen Monogramme gleichen dem ersten fast voll-kommen , man hatte aber darunter den Hans Baidung Grün nicht ver-muthet. Sie kommen auf Holzschnitten in Strassburger Druckwerkenvor, und der Grün Hans des A. Dürer lebte in Strassburg. Die Holz-schnitte mit dem zweiten Zeichen halten aber mit anderen Blättern,auf welchen das Monogramm HG B vorkommt, den Vergleich nicht aus,indem sich in der Behandlung etwas Fremdartiges zeigt. Dieses kommtindessen auf Rechnung des Formschneiders, und die Zeichnung kannHans Baidung Grien wohl gefertigt haben. Er hatte einmal den Bei-namen Grün (Grien, Orden), und somit liess er aus dem auf anderenHolzschnitten vorkommenden Monogramme HGB nur den Buchstaben Bweg. Dieses könnte man auch bei dem folgenden Meister vermuthen,da seine Holzschnitte gleichzeitig in Strassburg erschienen. Allein esist zweifelhaft, ob sie von H. Baidung herrühren, sowie es denn über-haupt nicht ausgemacht scheint, dass wir hier wirklich Holzschnittenach Baidung Grün haben. Auf folgenden Holzschnitten kommt daszweite und das dritte Zeichen mit geringer Abweichung vor. BrulliotI. No. 2122 gibt sie nicht genau.
1) Christus am Kreuze zwischen Waldbänmcn am Ufer der See,auf welcher im Hintergrunde ein Schiff sichtbar ist. Vor dem Crucifixkniet ein Mann , welcher in der rechten Hand ein Herz, und in derlinken ein Käppchen hält. Auf dem Spruchzettel über seinem Hauptesteht: Sursum Corda, und das erste Zeichen ist unten in der Mitte.H. 4 Z. Br. 3 Z. 3 L.
Diese Vorstellung ziert den Titel folgenden Werkes: Sermo Chri-stianissimi doctoris Joannis de Gerson de passione domini. Nupere Gallico in latinum traduclus. Argentine M.D.X. Die Vorrede istdatirt: Ex Argentina Pridie. Kai. Februarias M.D.IX., 4.
2) Ein theilweise in einen Esel verwandelter Mann , welcher aufder Bank sitzt. Das vor ihm stehende, und den Puls fühlende Weibscheint am linken Fusse eine Kralle mit langem Stachel zu haben.Links an der Bank des Mannes bemerkt man das verkehrte Zeichen.H. (1 Z. 4 L. Br. 4 Z. 6 L.
Dieses von Brulliot I, No. 2122 nicht genau beschriebene Blattfindet man in folgendem Werke: Transslatzion oder tülschunge desliochgeachten Nicolai von Wyle — etlicher bücher Enee filvij Pogijflorenlini. Strassburg bey Job. Bryse 1510. Der Holzschnitt ist amAnfange der Translation vom „quldin Esel" beigefügt.
3) Das Wappen des Buchdruckers Peter Schöffer in Strassburg.Ein Herr und eine Dame halten ein Wappen mit drei Rosetten. Dabeisind zwei Hirten, wovon der eine die Sackpfeife spielt. Der Hund undzwei Schafe deuten ihn als Schäfer an. Auf der Bandrolle steht:Ingenium vires superat. Unten gegen rechts bemerkt man ein demersten ähnliches Zeichen. H. H Z. Br. 3 Z.
Dieses Wappen kommt in Druckwerken des Peter Schöffer vor.Wir fanden es in folgendem: Eyn new KunstUchs wolgegründts Visier-
[, uc h ------- von Huldr. Kern. Strassburg, Peter Schilffer 1501, fol.
Das Wappen ist am Schlüsse eingedruckt."
4) Der Titelholzschnitt zu Virgil's Bucolica. Strassburg 1510.Dieses Blatt stellt den Evangelisten Johannes auf l'athmos schreibend vor.
945. Unbekannter Zeichner und Formschneider, wenn nicht Hanay, Baidung Grün oder Hieronymus Greff. Er arbeitete in'£y den beiden ersten Deccnnien des 10. Jahrhunderts in Strassburgfür die Offizin des Buchdruckers Hans Grieninger, und desswegen verfiel