Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
302
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302 HE. Nr. 858-860.

858. Lukas de Heere, Maler von Gent, wurde 1Ü34 geboren, und•j-P von Franz Floris unterrichtet. Seine Werke bestehen in Bild-rE nissen, Historien und Landschaften , sie scheinen aber grössten-

theils verschwunden, oder ungekannt zu seyn, da man in den uns be-kannten Galleric-Verzeichnissen seinen Namen vermisst. H. Walpolebewahrt indessen in den Anecdoles of painting I. p. 22.'i fi". sein An-denken, aber zu freigebig. Er schreibt ihm das Bildniss des Sir Wil-liam Sidney zu, welches L. de Heere nicht gemalt haben kann, daSidnoy 1853 starb. Auch das von G. Vertue gestochene Bildniss derJane Grey wird ihm mit Unrecht zugeschrieben, da diese unglücklicheGemahlin Heinrich VIII. im Jahre 1853 enthauptet wurde, und L. deHeere erst nach dem Tode derselben nach England kam. Er malteaber das Bildniss der Mutter der Jane Grey, der Herzogin Franziskavon Suffolk. Auf diesem Gemälde steht das gegebene Monogramm, undes wird wohl nicht das einzige Work seyn, welches de Heere miteinem Monogramme verschen hat.

Im Künstler-Lexicon VI. S. 41 haben wir ausführlicher über die-sen Meister gehandelt. Er starb 1880.

859. Unbekannter Kupferstecher oder Goldschmied, welcher in

Ht der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts in Deutschland thätig1* . war. Bartsch IX. p. 42 beschreibt nur das erste Blatt, undenthält sich der weiteren Bemerkung über den Meister. Er gehörtwohl zur Classe der Goldschmiede.

1) Der obere Theil einer Messerscheide mit einem Pfeiffer im alt-deutschen Costüm. Der untere l'heil ist mit Laubwerk geziert, undlinks oben ist ein Täfelchen mit dem Monogramme. Höhe 4 Z. 4 L.Breite oben 13 L., unten H L.

2) Der obere Theil einer Scheide mit der Judith, welche dasSchwert und den Kopf des Ilolofernes hält. Der untere Theil ist mitBlätterwerk verziert, und rechts oben steht das Zeichen im Täfelchenmit der Jahrzahl 1520. II. 2 Z. Br. oben 13 L., unten 8 L.

3) Eine Folge von Ornamenten mit Vögeln auf Zweigen. Die Zahlder Blätter kennen wir nicht. Eines derselben hat in der Mitte dasMonogramm mit der Jahrzahl 1M2. II. I Z. 8 L. Br. 3 Z.

860. Johann Franz ErmelS, Landschaftsmaler und Radirer, geb.LT 1 / zu Cöln 1021 (irrig 1041), war Schüler von Johann Ilnlsmaiin,

/' und widmete sich anfangs der Historienmalerei. Man findetaber selten ein geschichtliches Werk von ihm, sondern nur Landschaf-ten , in welchen er dem Jan Both nachahmte, aber nicht immer mitgleichem Glücke. Er malte viel und zuweilen flüchtig, so dass seineBilder ungleich sind. Dazu kommt eine gewisse Eintönigkeit, selbst inseinen besseren Werken. Im Ganzen erinnert er an Wilhelm v. Bcm-mel, welcher in Nürnberg die Figuren in Ermels Landschaften malte.Auch J. II. Roos leistete ihm Aushülfe. Dieser Künstler starb zuNürnberg am 3. Dezember 1093. Mcrlo, Nachrichten von dem Lebenund den Werken kölnischer Künstler S. 110, widmet ihm einen aus-führlicheren Artikel, doch fehlt das Verzcichniss der Radirungen, wel-ches wir nachtragen, da Ermels eine Stelle im l'cintre-gravcur verdient.Im Künstler-Lexicon haben wir ihm aber irrig zwei Landschaften vonGeorg Paul Ermels (1007) zugeschrieben. Die Blätter des .1. F. Krmelsstehen im Werthe. Man gibt gewöhnlich eine Folge von neun Radir-ungen ungleichen Formates an. Die uns vorliegenden Blätter sind bisauf eines (No. 8) ohne Zeichen und Namen.

1) Das Brustbild des Cicero, nach der Antike, kl. 8. Sehr selten.Es kommt auch ein Gegendruck vor.