X
262 H B. Nr. 735 - 737.
735. Jobannes Berner, Buchdruckor in Leipzig, bediente sich
4 eines Signets , welches in Druckwerken vorkommt. Es stelltdas über dem Drachen sitzende Ostcrlamm vor, mit dem Spruche:(t Ecce Agnus Dei Qui Tollit Peccala Mundi. Unterhalb halten*fr Engel einen Cartoucho mit dem /eichen des Druckers. Man| ^ß findet dieses Emblem in Biblia Sacra - L. Osiandri. Lipsiae,Em Officina typogr. Math. Beckeri. Sumpt. Jo. Berneri i609, fol.
736. Hans Bocksberger jun. von Salzburg, wurde bereits anT~*i einigen Stellen genannt, ohne dass wir ihm mit Sicher-^ heit ein Monogramm zuschreiben konnten. Er kommt
t*r T) ^S~ mit .Tost Amman in Berührung, wie wir unter demJJ/509 Zeichen HAB No. (»06 gesehen. Bocksberger fertigteZeichnungen zu: Nenwe Biblische Figuren etc. Frank-furt a. M. 4404. und dann zu: Ein neuw Thierbuch etc.Frankfurt iljßf). «Tost Amman trug Bocksbergcr's Zeich-nungen auf die Holzplatten über, fügte aber kein Monogramm hei,welches man auf ihn deuten könnte. Die obigen Zeichen gibt BrulliotI. No. 908 nach einer handschriftlichen Notiz, welche besagt, dassdiese Monogramme auf Holzschnitten nach Zeichnungen von JostAmman vorkommen, und zwar „gedruckt au Frankfurt bei HansBockfperger und Sigmund, Feyerabend.' 1 Hierin liegt sicher ein Irr-thum, indem H. Bocksberger keine Druckerei hatte. S. EeycrabcndHess die biblischen Figuren und das Thierbuch drucken, Bocksbergerwird aber nur auf dem Titel als Zeichner genannt.
Brulliot spricht auch von verschiedenen Bildnissen mit den ge-gebenen Zeichen, bemerkt aber, dass er kein Blatt gesehen habe. Ausder Luft gegriffen ist die Nachricht, auf welche sich Brulliot beruft,sicher nicht, die Blätter mit den obigen Zeichen werden aber nicht inFrankfurter Drucken vorkommen, da C. Becker, ./. Amman, Zeichnerund Formschneider &c. Leipzig, R. Weigel itt.Vt, auf kein Blattmit einem solchen Zeichen aufmerksam macht. Das erste sieht manauf einem Holzschnitte in der von dem Universitäts-Bibliothekar Mucz-kowski in Krakau veranstalteten Sammlung von alten Blättern. Er fandin einer Vorrathskammcr der Universität eine grosse Anzahl von Holz-8töekcn auf, und Hess sie 1849 abdrucken. Diese Sammlung ist selbstin Polen selten, da nur eine geringe Auflage veranstaltet wurde. Voneinem Bildnisse mit diesem Zeichen haben wir keine Kunde. Wenn jeein Monogramm auf II. Bocksberger den Jüngeren gedeutet werdenkönnte, so ist es dieses. Wir lesen daher Hans Bocksberger Salis-burgensis Filius oder Fecil.
737. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1 .'i!J0—i soo thätigwar. Bartsch IX. p. 239 beschreibt zwei gegenseitige Copiennach II. Aldegrever No. 11 und 12, enthält sich aber jederweiteren Bemerkung.
1) Adam stehend mit der verbotenen Frucht in der linken. Hand,während er mit der rechton nach dem links sich erhebenden Baumedes Lebens eine Geste macht. Am Baumstamme bemerkt man dasZeichen des Copistcn und jenes des Aldegrever. II. 3 Z. S> L. Br. 2Z. 4L.
2) Eva stehend mit der Frucht in der rechten Hand, während siemit der Linken nach dem rechts sich erhebenden Baum deutet. AmStamme dos letzteren sind die erwähnten Zeichen. In gleicher Grösse.