Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
234
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234 HB. Nr. 703.

703. Johann Andreas Graff oder Gray, Architekturmalcr und Ra-rt>n 'T/P /~~ t '' rcr i wurde den 1. Mai 1037 zu Nürnberg ge-

oXy, cÄ3 <y(3 Tx noren > stand fünf Jahre bei Jakob Marrel zu<'~~C^P / '^-f Frankfurt in der Lehre, bereiste dann Italien,ü \J TCiV 'J unu verehelichte sich 1 ß(>!> zu Frankfurt mitder berühmten Maria Sibylla Mrrian. Graft' arbeitete mehrere Jahrein dieser Stadt, hielt sich aber abwechselnd auch in Nürnberg auf,und starb daselbst den (1. Dezember 1701.

Ob sich Gemälde mit den gegebenen Zeichen finden, wissen wirnicht, sie kommen aber auf radirten Blättern des Künstlers vor. DieseRadirungen sind nirgends genau beschrieben, und daher geben wireinen Artikel für den Peintre-graveur. Das Monogramm soll die Buch-staben JAG enthalten, der Unkundige wird aber eher IIB vermuthen.

1) Die Ansicht, der im Bau begriffenen ISarfüsser-Kirche in Nürn-berg, oder vielmehr die perspektivische Ansicht des 1681 aufgestelltenGerüstes. Mit dem ersten Zeichen, Ilochfolio.

2) Diu- Kömerberg zu Frankfurt am Main. Im oberen Theile derPlatte siebt man den kaiserlichen Doppeladler mit dem Bildnisse desKaisers Leopold I. Umher sind die Portraite der 'sieben Churfürstengegeben, Brustbilder innerhalb ovalen Kränzen. Unter dem Kaiser-bildnisse ist folgendes Chronostichon , welches die Jahrzahl 16511enthält:

VIVal RoManVs ReX AVyVstVS Sit VblqVeLeopoLDVS.

Im unteren Theile der Platte ist der Eömerborg vorgestellt. Einerechts unten in der Radirnng angebrachte geöffnete Papierrolle enthältdie Inschrift: Der Römerberg »« Frankfurt, und darunter im beschat-tetet Theile der Bolle den oben gegebenen Namen und die Adresse:Jacobg Marzell (Marrel) Inv: exeudit. Die Platte ist nicht egal ge-formt. In der Mitte gemessen 1(1 Z. (i L. hoch, 13 Z. 7 L. breit.Oben 13 Z. 4 L., unten 13 Z. 10 L. breit.

Die Abdrücke mit dem Reichsadler sind sehr selten. Sie wurdenbei der Kaiserkrönung K!!i8 verkauft, und als kein weiterer Absatzmehr zu hoffen war, wurde der Adler mit den Bildnissen abgeschnitten,so dass nur der Prospekt des Römorberges blieb. Auch die oben ge-dachte Schriftrolle wurde weggenommen, und an deren Stelle einge-stochen: Joh: And: Gral]', del, et fr. et exeudit. Uebcr den rechtsbefindlichen Häusern lieht man Wolken, und in der Mitte der Luftdie Aufschrift:

Der Römer Berg in Frankfurt am Mann.A. das Rathaus. B. Mayn Pforl. C. St: Nicotaus Kirch etc.

Die Vorstellung ist mit Einfassungslinien umzogen, oben 13 Z !> Lunten 13 Z. 8 L. breit, links !i Z. I L., rechts !1 Z. 2 L. hoch.

Auch von dieser Prospektplattc gibt es zweierlei Abdrücke. Dieeinen haben die oben mitgetheilte zweizeilige deutsche Aufschrift, unddiess sind nach Börncr die ersten. In den zweiten Abdrücken stehtüber der Aufschrift: Curia Francofurtensis. Die zarteren Theile derArbeit sind bereits schwächer.

Füssly jim. schreibt dieses Blatt einem Wiener Hans Graf zu,worin er irrt. Hflsgen glaubt im artistischen Magazin S. 11)4, der Adlermit den Bildnissen sei von Jakob Marrel radirt, und nur der Prospektrühre von J. A. Graff her. Unter S. Ml kommt er darauf zurück,und jetzt erklärt er die Radirung als eigenhändiges Werk desgenannten Künstlers.