HAM-HAN. Nr. G33-636. 199
Zeichnungen von M. Heemskerk, Theodor Barentsen, H. Goltzius, Cor-nelia von Harlem &c. Die gegebenen Zeichen, welche aus HA MLbestehen, findet man auf Blättern in folgendem Werke: ThesaurusSacrarum Historiarum veteris et novi Testament*. Anlverpiae,G de Jode 1505, qu. fol. Auf andern Kupferstichen dieses Werkessteht der Name des Künstlers. Jene mit dem Zeichen gehören fastalle der Geschichte des Josua an. Eine Vorstellung aus MatthäusCap 25 stellt den faulen Knecht vor, der sein Talent vergräbt.H Muller wechselte mit dem Zeichen, und somit kommen wir nochauf ihn zurück.
633. Otto Hamerani zeichnete auf solche Weise eine schöneMedaille mit dem Bildnisse des Papstes Clemens XIII., und
HAM. der Ansicht von Civita Vecchia 1764.
634. HANGODER PINX. steht auf einem Kupferstiche vonP v Prenner, welcher todtes Geflügel vorstellt. Das Gemälde be-findet sich in der k. k. Galleric zu Wien, und ist von Melchior Honde-koeter ausgeführt. Der Schriftstecher hat den Namen verunstaltet.
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635. Hans Liefrlnck oder Liefrlng, Kupferstecher und Kunst-
r /P händler von Leyden, war um 1540 — 1590 thätig.
Q^.c/te-. Die meisten Blätter mit seinem Namen sind aber
e^C&il' als Verlagsartikel zu betrachten. Diess ist auch mit
den vier Evangelisten der Fall, welche H. Goltzius nach A. Blocklandtgestochen hat. Auf diesen Blättern kommt die Abbreviatur des Namensvor. Liefrinck bediente sich auch eines aus HL bestehenden Monogramms.
636. Hans Holbein der Jüngere gilt jetzt allgemein als der Ver-r i a m O unt"ß fertiger einer in Holz geschnittenen Titelein-HAIN 6 . riu i-tu fassung mit neun Genien oder geflügelten Kin-dern, deren zwei unten das Buchdruckerzeichen von Frobenius halten.Letzteres ist in Mitte eines Frieses mit kämpfenden Tritonen. Obensteht auf zwei Täfelchen: HANS HOLB. H. 6 Z. 6 L. Br. 4 Z. 3 L.Dieses Blatt ist xylographisch gering, sogar ungeschickt gemacht, abergerade desshalb erklärt es C. F. v. Knmohr (Hans Holbein der jüngere,S. 25) für Holbein's eigenhändige Arbeit, weil er glaubt, dass Hol-bein jun. mit seinem neuen Werkzeug bei einer sonst geübten Handnicht gut umzugehen wusste. Es wäre allerdings möglich, dass Hol-bein's erster Versuch unvollkommen ausgefallen sei, er müsste aberdamals, im Jahre 1516, auch in der Composition wenig geleistet haben,da diese ebenfalls Schwächen zeigt. Wer kann aber dieses behaupten,indem Gemälde vorhanden sind, welche das Gegentheil beweisen ?Dass ein Hans Holbein die Zeichnung geliefert hat, ist offenbar. Esfragt sich aber, ob diess der jüngere Holbein war. In Basel konnte1516 wohl nur Hans Holbein der Vater von Frobenius den Auftragzu einer Titelbordure erhalten habon, und wenn diess, wie wir glauben,der Fall ist, dann hat ein ungeübter Formschneider seine Zeichnungalterirt. H. Holbein der ältere fügte auch auf Gemälden den NamenHANS HOLB. bei, wie aus dem Artikel desselben No. 505 zu er-sehen ist. Wenn sein Sohn 1516 als Formschneider nicht mehr leistenkonnte, als in der Titcleinfassung geschehen, so hat er denselben demBuchdrucker Frobenius sicher nicht empfohlen. Wir glauben daher,dass Holbein der Vater die Zeichnung geliefert, und dass der jüngereHolbein keinen Theil am Schnitte habe. Letzterer war 1516 schonein sehr tüchtiger Maler, und er würde es wohl verschmäht haben,in Basel mit einer verhältnissmässig geringen Arbeit aufzutreten. NachHegner kommt diese Titclverzierung schon in Büchern von 1516 vor,