HO GS. Nr. 3S6-3B7.
Das im Künstler-Lcxicon erwähnte Bildniss des Gerhard Dow istnicht genau gemessen. Die Platte ist 6 Z. 2 L. hoch, und 4 Z. 7 L.breit. Das Oval hält 5 Z. 3 L. in der Höhe, und 4 Z. 6 L. in derBreite. Später wurde die Platte an beiden Seiten abgenommen, so dasssie nur 3 Z. 10 L. breit ist. Sie wurde in diesem Zustande für einBuch benützt. Links oben steht: Tom. II, rechts: p. *57. Einigewollten dieses Blatt nicht dem G. Schalken , sondern dem Carel deMoor zuschreiben. Letzterer radirte nach ihm die halbe Figur einesrauchenden Bauers. Auf diesem Blatte stehen die Cursiven: GSpinxit.
G. Schalken starb im Haag 170Ö. Im Jahre 1643 wurde er zuDordrecht geboren.
356. Der anbekannte Metallschneider mit diesem Zeichen istunter CS IL No. 607 eingeführt, da der erste Buchstabefür C genommen werden könnte. Es ist aber der Buch-
_ Stabe G in alter Form gebildet. Das Blatt mit den gege-benen Initialen stellt Christus am Kreuzo vor, und ist 1. c. beschrieben.
357. Der anbekannte Formschneider, welcher Blätter mit diesenInitialen hinterlassen hat, bediente sich auch desMonogramms No. 342, und daher haben wir überihn bereits gehandelt. Wir zählen hier nur Blättermit den Initialen G S auf, und schliessen die Copicuder Passion von A. Dürer, und die Todtentanzbilderaus, da diese wahrscheinlich von einem anderen Meister
herrühren. Sie sind indessen nicht vorzüglicher, als die folgenden,wir trennen sie aber auch des Gegenstandes wegen, da der Meister mitden gegebenen Initialen mehr die Topographie berücksichtigte, aberohne die Figurenstaffage auszuschliessen. Bartsch IX. p. 439 beschreibteinige Holzschnitte, man wird aber aus seinem Artikel nicht recht klar.Er bringt zwei verschiedene Zeichen.
1) Die halbe Figur eines Türken mit dem Commandostabe. Linksunten das erste Zeichen. H. 3 Z. Br. 2 Z. 6 L.
Dieses Blatt kommt in der Baszier Chronik durch Christian Wur-stichen, Basel bei Sebastian Henricpetri 1580 fol., vor. In demselbenWerke ist auch ein Fähndrich mit dem Basier Wappen auf der Fahne.Das Monogramm dieses Blattes besteht aus G VS, und gehört höchstwahrscheinlich dem Georg von Sichern an, wie wir schon unter demMonogramme des Künstlers bemerkt haben.
2) Die Niedermetzlung der Hugenotten 1572, oder die Bartolomäus-Nacht. Rechts unten die letzten Buchstaben mit dem Messer. Höhe4 Z. 5 L. Breite 5 Z. 0 L.
Diese Vorstellung findet man in S. Münster's Cosmographey. Basel,bei den Henricpetrinischen 1028. Das Blatt muss aber schon in einemfrüheren Werke vorkommen.
3) Der perspektivische Plan von Kempten ltf09. Links unten mitdem Messerchen ohne Kreuz. II. 4 Z. 6 L. Br. 5 Z. 8 L.
In der Cosmographie von 1570 und 1628.
4) Die Belagerung der Festung Jula iu Ungarn durch die Türken.Links unten das zweite Zeichen. H. 4 Z. 7 L. Br. 5 Z. 8 L.
5) Die Belagerung von Zigeth durch die Türken. Unten gegen dieMitte das Zeichen ohne Kreuz. II. 4 Z. 7 L. Br. 5 Z. 8 L.
6) Die Belagerung von Sacca in Ungarn. Links unten dasselbeZeichen. II. 4 Z. 7 L. Br. 8 Z. 8 L.
Diese drei Belagerungen kommen ursprünglich in Nik. Ilöniger'sHoffhaltung des Tiirkhischen Keysers und Othömannischen ReichsBeschreibung. Basel 1570, vor. Später wurden die Platten zur CoBmo-graphie von 1628 benützt.