108 G S. Nr. 350 — 383.
auch nicht angegeben, ob die Buchstaben G. S. neben einander stehenoder verschlungen sind, so dass beides möglich wäre. Das erwähnteBlatt ist allegorischen Inhalts, und der Berichtgeber des Hrn. Brulliotbesass vielleicht ein beschnittenes Exemplar, in welchem der Rand mitder Dedication fehlte. Der Verfasser des Cataloges der Praun'schenSammlung nennt auch noch eine zweite symbolische Vorstellung von1572, geht aber ebenfalls nicht weiter ein.
350. Unbekannter Formschneider oder Zeichner, welcher um1550—1570 in Prag gelebt zu haben scheint. Er
[^TyT (VI arbeitete für eine Ausgabe der Bibel in böhmischervP . yvx =L4-^=J Sprache, welche 1570 bei Georg Mclantrichius abAventinum zu Prag erschien. Ein Blatt mit dem gegebenen Zeichenstellt den Stammbaum Christi vor, wie er von dem auf der Erde lie-genden Josse ausgeht. In den Aestcn sind die Kniestücke und halbenFiguren der Nachkommen desselben vorgestellt, und auf den Bandrollensind ihre Namen eingeschnitten. Oben in der Mitte sitzt Christuszwischen den Symbolen der Evangelisten. Das Zeichen ist links unten,und in der Mitte ist die Genealogie In böhmischer Sprache beigedruckt.H. 10 Z. 8 L. Br. 7 Z. 1 L. Dieses Blatt beschreibt Brulliot, App. I.No. 205. Wir haben die Bibel nicht gesehen, wissen aber aus der Ge-schichte der Holzschneidekunst, dass in Prag ein Hans und Paul Se-verin als Formschneider gewirkt haben. P. Sevcrin arbeitete schon1540 für die Chronik des Wenzel von Hagek, und der Meister GSsteht vielleicht mit ihm in Verwandtschaft. Die beigefügte Zahl XLIXbedeutet wahrscheinlich 15M), und somit wird die Genealogie schon ineinem früheren Werke vorkommen.
351. Guillaume Swanenburg, Zeichner und Kupferstecher, geborenzu Leyden gegen 1881, war Schüler des Isaak NicolausSwanenburg und des Jan Saenrcdam, und hinterliess einebedeutende Anzahl von Blättern nach P. Morelso, A. Bloe-maert, Rubens, 0. Venius, J. Uytcnwael, C. van Mander,M. Mirevelt, D. Vinckcnbooms u. A. Auf einigen Blättern
kommen die gegebenen Zeichen vor. Der Künstler wechselte aber auchmit einem aus WS bestehenden Monogramme, indem er Willem undGuillaume Swancburg schrieb. Er starb zu Delft 1612.
352. Christoph Gottwald, Arzt in Danzig (1030 — 1700), besassü_ ein naturhistorisches Cabinet, und Hess die Seltenheiten
(£ f%) desselben in Kupfer stechen. Auf einigen Blättern diesesrJ?/0^ Museum Goltwaldianum findet man das aus D S bestehendeMonogramm II. No. 1358, welches wir irrig dem Daniel Schultz zu-schreiben wollten. Die Blätter hat nämlich Samuel Donnet gestochen,welcher sich auch der Initialen S. D. S. bediente. Auf einigen Blätterndes Werkes stehen die gegebenen Zeichen, indem Gottwald nicht alleindie Zeichnungen lieferte, sondern auch in Kupfer stach. Es ist daherGottwald Sculpsit zu lesen. Das von G. Edelinck nach Andreas Stechgestochene Bildniss des Verfassers ist dem Museum beigegeben. J. S.Schröter besorgte 1782 eine neue Ausgabe von den alten Platten:
Musei Gotticaldiani Teslaceorum, Stellarum Warinarum -------. Ta-
bulae etc. Norimbergae, fol.
353. Sawrey Gilpin, Landschafts- und Thiermaler, geboren zuCarlisle 1733, gestorben zu Brompton 1807. Ein Mann vonentschiedenem Talente, wurde er von der vornehmen englischenWelt lange gepriesen, indem er ihrer Neigung huldigte. Gilpinmalte Pferde verschiedener Ragen, Jagden auf Hirsche, Falken,