104 G S. Nr. 343.
Auch die Blätter der Cosmographie bestehen in Ansichten und Plänen,wir haben aber keinen Grund, sie dem Scharffenberg zuzuschreiben.Noch weniger können wir aber mit Heller für Sigmund Gelenius stimmen.Auf diesen gelehrten Baseler verfiel Christ in seinem Monogrammen-bucho S. 203, gesteht aber, dass er nicht wisse, ob er der Zeichen-kunst oder der Malerei kundig war. Es lebte aber auch ein Georgvan Sichern in Basel, welcher vielleicht den ersten Anspruch hat, daein Blatt mit dem Monogramme G VS mit jenen mit G S ganz überein-stimmt. S. daher unter G S No. 3S7 No. 1 der Blätter.
Christ verunstaltet das zweite der obigen Zeichen mit dem unter-gesetzten Messer. Brulliot I. No. 2258, und Heller, Monogr.-LexiconS. 160. geben dasselbe Monogramm, wir lassen es aber weg, da es injener Form nicht vorkommt. Wir kennen nur drei Blätter mit denobigen Zeichen, dazu kommen aber noch andere mit den Initialen GSund dem Schneidmesser, über welche wir unten sprechen. Der Artikelbei Bartsch IX. p. 43!) ist unklar, und die von ihm gegebenen Zeichengehören zwei Künstlern an.
1) Die Ansicht von Melun während der Belagerung durch denKönig Robert von England. Mit dem grossen Zeichen rechts unten.H. 4 Z. S L. Br. 5 Z. 10 L.
2) Die Ansicht von Windsheim 1S76. H. 4 Z. 7 L. Br. 5Z. 8 L.
3) Die Ansicht des Grabmales des römischen Königs Rudolph undseiner Gemahlin Anna in Basel. Mit dem kleineren Zeichen rechtszwischen den Säulen. H. 4 Z. 9 L. Br. !i Z. 3 L.
Dieses Blatt kommt in der Cosmographie von 1G28 vor, wurdeaber ursprünglich zu Wurstichens Baszier Chronik von 1580 benützt.
343. Georg Schwelgger, geb. zu Nürnberg 1613, nimmt unterden Plastikern des 17. Jahrhunderts eine hohe Stelleein. Er zeichnete sich besonders in kleinen Bildwerkenaus. Darunter sind Portraitmedaillons in Bronze undStein, Büsten und Basreliefs. Diese Bildwerke sind vonzarter Vollendung, und auch in der künstlerischen An-lage von grosser Bedeutung. Man findet deren in den öffentlichenKunstsammlungen und in Privathäusern. Eines seiner Hauptwerke istdie Kanzel der St. Sebalduskirche in Nürnberg von 1687, Die be-rühmte Erzgruppe mit Neptun und Seepferden kam gegen eine hoheSumme nach Russland. Von ausgezeichneter Schönheit sind vier Reliefsin Kehlheimer Stein in der k. k. Ambraser-Sammlung zu Wien. Daseine von diesen , mit dem ersten Zeichen , stellt die Predigt des Jo-hannes in der Wüste vor. Die zahlreichen Figuren erscheinen im Co-stümc des 10. Jahrhunderts, und die vordersten sind beinahe rund ge-arbeitet. Die rückwärts stehenden treten halb hervor, und obwohl sehrklein, so hat doch jeder Kopf seinen eigentümlichen sprechendenAusdruck. H. 7% Z., Br. 3 Z., in der Tiefe '/, Z. Im Jahre 1840entdeckte der k. k. Regicrungsrath J. Arneth in der Schatzkammer derk. k. Burgkapelle zu Wien drei andere Reliefs in Kehlheimer Stein,welche jetzt ebenfalls mit der Ambraser Sammlung vereiniget sind.Hr. Arneth gab darüber im November-Hefte des Jahrgangs 18K3 derSitzungsberichte der philosophisch-historischen Classe der k. Akademieder Wissenschaften (XI. S. 641 ff.) Nachricht, und dieser Bericht istauch einzeln abgedruckt. Das eine dieser Basreliefs, das schönste vonallen, stellt ebenfalls die Predigt des Täufers Johannes vor, und aufder Rückseite ist die Schrift eingeritzt: Georg Schweigger \ Billhauer \In Nuren \berg den fl. Jully I Anno ißbl)\Fecit. Das zweite deraufgefundenen Basreliefs zeigt den Tempel, in welchem der Engel dem