Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
96
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96 GRA-GRF. Nr. 322 - 320.

3ose de Ribera, genannt Spagnoleto, behauptet im erstenBande No. 242 einen einleitenden Artikel, und wirmüssen uns daher nur auf Original und Copic einesradirten Blattes beschränken. Dieses Blatt stellt den hl.Hicronymus in der Wüste vor, wie er sitzend mit beidenHänden eine Rolle hält. Links auf einem Steine liegen Bücher, unddaneben ruht der Löwe. Damit ist die Seite des Originals bezeichnet,welches aber noch mehr durch das zweite, links oben einradirte Zeichenzu erkennen ist. Dieses Blatt, welches früher dem Guido Reni zuge-schrieben wurde, beschreibt Bartsch XX. p. 80 No. 3. H. 7 Z. Br. {) Z. Sil.Das erste Monogramm kommt auf der gegenseitigen Copie vor, welchedemnach leicht zu erkennen ist. Kibera bediente sich auch eines ausJ R bestehenden Zeichens. Noch öfter schrieb er aber den Namen aus.

323 Gräl f l csen wir auf einem gut gcstochcnen'fitelblattc

'" zum Legendario delle santissime Virgini —.

In Venezia 1600. Der Stecher heisst wohl sicher Graudi, der Zeit

nach ist er aber keiner der im Künstlcr-Lcxicon eingeführton Meister

dieses Namens.

324. Gregor Balzer, Kupferstecher, war in der zweiten Hälfte£, _ des 18. Jahrhunderts zu l'rag thätig. Er arbeitete mit seinem

J>k j3: jjruJer Johann, welcher dadurch über 1000 Blätter zusammenbrachte Die gegebenen Buchstaben findet man auf Vignetten undTitelblättern, wie in Compc's Khidcrfreuud. Prag 1780 ff.

325. Guido Reni, Maler und Radirer von Bologna, lieferte demC 11 R V \ Bartolomco Coriolano mehrere Zeichnungen, welcher x> n v I letztorer in Helldunkel ausführte Früher glaubteG. K. B. F. \ man, dass G. Reni selbst das Schneidmesser ge-

B. C. Eques ( führt habe, indem der Buchstabe F nur Fecit be-

B C EOs SC I deuten kann. Allein es handelt sich nur um die

' Zeichnung zum Schnitte. Ueber B. Coriolano haben

wir unter B. C. gehandelt, und daher ist jener Artikel zu vergleichen.

326. Guido Ruggierrl, der Malergehülfe des Primaticcio In Fon-•j-) T-i tainebleau, wird als der muthmassliche Träger diesesV. jv_T * Zeichens erklärt, was nur dann Richtigkeit hat, wenn

*_ man annehmen will, dass er auch Kupferstecher war.

f"^Y v TP Und dem G. Ruggicri kann dio Technik des Grabstichelsvl/^-—K * wirklich nicht fremd gewesen seyn. Er war nach Malvasiamit Lorenzo Costa Schüler des Francesco Francia, letzterer übte abernicht allein die Malerei, sondern hatte auch als Goldschmied und Kupfer-stecher Ausgezeichnetes geleistet. Dem G. Ruggieri fehlte es also nichtan Aneiferung, und es ist kaum zu denken, dass er nicht ebenfallsden Grabstichel zur Hand genommen habe. Man nennt auch ein Blatt,welches Krieger vorstellt, die eine Stadtmauer bauen, welches Rug-gieri sc. bezeichnet ist. Es soll nach der Zeichnung des Rosso llo'ssigestochen seyn, einem der Ilauptmcister der Schule von Fontainchlcau,wenn nicht die Composition von Priinaticcico herrührt, nach welchemauch das Blatt mit dem obigen Zeichen gestochen ist. Vasari nenntaber den Gehülfen des Primaticcio nicht Guido, sondern ltuggiero deRuggicri, ohne Angabe, wann er mit ihm nach Frankreich gekommenist. Im Jahre 1831 nahm Primaticcio wahrscheinlich den Niccolo delAhate mit sich nach Frankreich, da dieser Künstler 1833 in Fontainc-blcau beschäftiget war. Später verschwindet dio Spur desselben, underst 1551 oder 1552 berief ihn Primaticcio wieder nach Frankreich.