Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
95
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G R. Nr. 318 — 321. 95

318. Girolamo Rossi, oder de Rüb eis , Maler und Radirer, wirdQ yO gewöhnlich der Alte genannt, was nur in soferneRichtigkeit hat,

J 'N als in Rom zu Anfang des 18. Jahrhunderts ein anderer Künstlerdieses Namens auftrat, dessen Blätter aber gestochen sind. Der frag-liche G. Rossi hat In Kupfer radirt, und zwar in geistreicher Nach-lässigkeit, ohne sich um die gewöhnlichen Regeln zu bekümmern. Manzählt ihn nach Malvasia zu den Schülern des Simone Cantarini, alleindieser Meister starb 1048, zu einer Zeit, in welcher Rossi wohl nochnicht zehn Jahre zählte. Er ist sicher jener Girolamo Rossi von Bo-logna, welchen Lanzi zu den Schülern des Flamiuio Torrc zählt. Rossifolgte den Grundsätzen der Carracci'schen Schule, konnte aber nichtunmittelbarer Schüler eines der Carracci gewesen seyn, da seine Blüthe-zeit um 1670 fällt. Er ist desswegon auch nicht der alte G. Rossi.Dieser war Schüler des Alessandro Bonvicino il Morctto da Brescia,welcher um 1574 starb. Rossi malte in der Weise des letzteren noch1040 im vorgerückten Alter, während man die Blüthezeit des Radirersum 1070 setzt. Die nach Guido Rcni, Gucrcino, L. Carracci und nacheigener Composition radirten Blätter deuten auf die Schule von Bologna,nicht auf jene des Moretto.

Bartsch XIX. p. 234 ff. beschreibt sechs Blätter, darunter hat abernur eines (No. 3) die undeutlichen Buchstaben G R. Sie stehen rechtsunten ganz Überstrichelt, so dass Bartsch GR oder HR vermuthete.Dieses Blatt stellt den Täufer Johannes in halber Figur vor, wie ermit der Schale Wasser aus dem Brunnen schöpft. Rechts unten be-merkt man den Kopf des Lammes. Die Composition wird mit vollemGrunde dem Guido Rcni zugeschrieben. H. 5 Z. 1 L. Br. 4 Z. 2 L.

319. G. Roux, Zeichner und Maler, ist durch zahlreiche lllustra-p« /-> m tionon in Holzschnitt bekannt. Er zeichnete Mchreres^JYVJ/jrO für die bei Braun und Schneider zu München erschie-^T~r\ r ^ nenen Bilderbögen, auf welchen meistens die Anfangs-

I U/"i 'v/ buchstaben des Namens stehen. Dann begegnet unsdieser G R auch in der Leipziger illustrirtcn Zeitungund im illustrirtcn Familien-Journal 1850 ff. G. Roux nennt er sichauf den Münchner Bilderbögen, und der Illustrator der Leipziger Jour-nale könnte ebenso heissen. Ihm entnahmen wir die Buchstaben derzweiten Reihe.

320. Basilius Grundmann, J. F. F. Gräter und Gritner, erhalten/"" .^f.^ hier einen gemeinschaftlichen Artikel. Grundmann, einy?\ i/o ~>- Sacnse von Geburt, und Schüler des berühmten C. W. E.

f pr Dietrich, malte Landschaften und Genrebilder, und stand<c) r 'J-t r ' in Diensten des Fürsten von Lichtenstein in Wien. DieBuchstaben Gr. 1155 findet man auf einer von ihm radirten Ansichtdes Schlosses von Wehlen bei Dresden. Gräter, der bekannte Gelehrte,befasste sich auch mit der Formschneidekunst, und zeichnete Gr. f.Vergl. II. No. 2930. Gritner übte in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-hunderts in Paris die Formschneidekuust. Man findet Vignetten mitden kleinen Buchstaben Gr., und zwar in Büchern, welche um 1780bis 1790 zu Paris, zu Tours und in Ronen gedruckt sind.

321. Florian GrospletSCh, Landschaftsmaler und Radirer, ist im/%.*„- zweiten Bande No. 2915 mit einem aus G F besteh-CfT. jf. /BIO enden Monogramme eingeführt, und daher bemerken</ <y W i r hier nur, dass man die gegebenen Buchstabenauf Federzeichnungen und Aquarellen finde. Sio enthalten meistensitalienische Ansichten.