G R. Nr. 303 — 304. 91
Nachbildung findet man aber in W. Y. Ottley's Collection of Fac-Similes of scarce and curious prinls. London 1020, fol. Ottleyglaubt, dass die Buchstaben GR den Besteller andeuten, was wohlmöglich, aber nicht bewiesen ist. Die Bescheidenheit der damaligenKünstler lässt indessen nicht erwarten, dass der Goldschmied eine soauffallende Stelle für die Initialen seines Namens gewühlt habe.
303. Guido Reni, Maler und Radirer, ist oben unter dem Mono-. , - k _ _ . grammo No. 21)1 bereits eingeführt, und daher er-\M K. 111., Cl 1\. ganzen wir hier nur den obigen Artikel. Die früh-
G^~. eren Schriftsteller wollten ihn auch zum Form-
"D /~*< uoT)i" b0 Schneider machen, indem sie die Initialen G R In.JI-V/A<J *■ V- auf Holzschnitten vorfanden. DieseBlättersindvonBartolomeo Coriolano, und nach Zeichnungen von G. Reni in Helldunkelausgeführt, Die Buchstaben G R stehen auch auf Kupferstichen nachBildern dieses Künstlers, sie scheinen aber nicht auf Gemälden vorzu-kommen. Die mit Doppellinien gezogenen Buchstaben findet man aufeiner Copie nach dem radirten Blatte B. No. 18. Es stellt zwei Kindervor, welche auf ihren Schultern ein drittes tragen. Dieses halt einenTeller mit drei Gläsern empor. II. ii Z. 2 L. Br. 4 Z. 9 L. MitGdo Rno bezeichnet ist ein flüchtig radirtes Blatt von Girolamo Rossi,B. No. !i. Es stellt zwei nackte Kinder vor, wie sie nach dem entflohe-nen Vogel haschen. H. 7 Z. 2 L. Br. 9 Z. 7 L.
304. Guillaume Rondelet soll nach Bartsch XVI. p. 42« No. 120ajr Kupferstiche G R gezeichnet haben. Dieser Schrift-
( steller schreibt ihm ein mit den verkehrten Buch-
CTi VTc"R one F I s,ilu(Ml versehenes radirtes Blatt zu, welches denWM, Vüilv. 1 l Elnflusi der Schule von Fontainebleau verräth.Es zeigt eine Landschaft in ovaler Einfassung mit Figuren, und untenin der Mitte stehen die verkehrten Buchstaben. Höhe 7 Z. 3 L. Breite8 Z. 10 L. Historisch ist ein Bildhauer G. Rondelet, welcher zur Zeitdes Philibert Dclormc zur Ausschmückung des Schlosses von Fontainc-blcau beitrug. Der colossale Kamin von Bronze, ein Meisterstück da-maliger Zeit, wurde 1793 in die Kanoncngiesserci gebracht. Es fragtsich nun, ob dieser Meistor das erwähnte Blatt radirt und gestochenhat. Die Zeichnung ist sicher nicht von ihm, sondern aller Wahr-scheinlichkeit nach von Primaticcio, welcher mit dieser Landschaft ir-gend eine Wandfläche des Schlosses geziert haben dürfte. Primaticciohatte einige Gehülfen, und darunter nennt man ausser Guido Ruggieriauch einen Guillaume Rondelet, welchen Fclibien von einem Jean Ron-delet unterscheidet, so dass er zwei Maler Rondelet herausfinden will.Spätere Schriftsteller nennen den Malcrgehülfen des Primaticcio JeanGuillaume Rondelet, und dieser, oder der eine von zweien, nicht derBildhauer, ist wohl der Verfertiger des erwähnten Blattes. Von GuidoRuggieri kann keine Rede seyn, da das Blatt mit den ihm zugeschrie-benen Kupferstichen nicht stimmt, sondern mehr die Richtung des Le-onard Thiry (irrig Leo Davon) verräth. Von derselben Hand ist auchdas Blatt mit der Bezeichnung: GR. VER.°™ F. In der Mitte sitztJupiter auf Wolken, und rechts und links von ihm Merkur und eineandere Gottheit, ebenfalls auf Wolken. Rechts unten sind zwei ZeilenSchrift, und aus der ersten: hol invkto, geht hervor, dass Primaticcio(Bolognese) die Zeichnung gefertiget bat. Unter dieser Zeile steht:GR. VER.one F. Die Abbreviatur ist uns räthsolhaft. H. 8 Z. Br. II Z.9L.Wir haben also jetzt nur einen muthmasslichen Guillaume Ron-delet als Maler und Kupferstecher, dass aber in der Mitte des 16. Jahr-hunderts eine Familie dieses Namens gelebt hat, beweiset Maistre