Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
55
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G M. Nr. 181 — 183. 85

Jungfrau mit dem Lamme. Oben steht: Deus Fortitudo mea, undunten im schmalen Rande: Regia ceu salva est virgo virtute Georgii \Sic hodie servas in cruce Chrisle pios, und dann folgen die Buch-staben GM iOOO. H. 3 Z. 3 L. und 2 L. Rand, Br. 2 Z. 8 L.

181. Gerrit Maller, Kunstliebhaber von Amsterdam, wird vonBrulliot II. No. 1087 zu den Landschaftsmalern gezählt,und er soll einige Gemälde G M gezeichnet haben. Chr.Kramm (De levens en werken etc. p. 1173) sagt, er habediesen berühmten Kunstsammler öfter besucht, aber nie gehört, dasser Landschaften gemalt habe. Wir beachten diesen Ausspruch wenig,da Brulliot die Initialen sicher nicht erfunden hat. Muller besass eineSammlung von Handzeichnungen, welche den 3. April 1827 versteigertwurde. Es wäre auch möglich, dass Muller die Anfangsbuchstabenseines Namens den Zeichnungen beigefügt habe,

182. Unbekannter Kupferstecher, welcher zu Anfang des 19. Jahr-s~> /U l /yu . hunderts in Rom lebte. Er radirte und stach einigeO^' ^ t<r!yC ' Blätter nach Zeichnungen von Felico Giani.

183. Jonann Georg Meyer von Bremen, einer der talentvollstenÜIaa /QSU/I/ Genremaler unserer Zeit (geb. 1815), machte seine/f^i/^ßM/ . Studien in Düsseldorf, und trat daselbst gegen 1836

Q AiJ>(Y Tfl m ' t hi stor ' sc ' len Bildern auf, zu welchen er den Stoff' ''t3~' aus der heiligen Urkunde wählte. Darunter sind et-liche Gemälde mit lebensgrosson Figuren, welche mit seinen späterenWerken im auffallenden Contraste stehen. Meyer malt seit Jahrenmeistens kleinere Genrebilder, und darunter sind solche von fast ein-zelnen Gestalten. Selten sind die Gemälde mit grösseren Gruppen ausdem Familienkreise, zuweilen im Charakter der Idylle. Im Jahre 1852veranlasste ihn der Kunstverein in Bremen wieder zur Ausführungeines Gemäldes mit grossen Figuren. Es ist unter dem Namen derreuigen Tochter bekannt, welche als Entführte mit Mann und Kind inden Schooss der elterlichen Pastorfamilie zurückkehrt. Dieses Bildfand Theilnehmer und Tadler, und einer der letzteren legte seineCritik im deutschen Kunstblatte 1852 No. 40 nieder. Meyer's Werkewurden überhaupt nicht mit gleichem Lobe erhoben. Einige galtenals wahre Meisterstücke, für glücklich im Gedanken, für reizvoll inder Ausführung. Die gemüthvolle Innigkeit, welche fast in allen seinenkleineren Bildern herrscht, erschien dagegen anderen Kunstrichternals wohlfeile Sentimentalität, auch als eine gewisse Weichheit undMattigkeit der Gefühlsrichtung. So viel ist aber gewiss, dass mit ge-ringer Ausnahme die Bilder dieses Künstlers zu den schönsten Leist-ungen ihrer Art gehören. Wir haben es aber hier zunächst mit Zeich-nungen zu thun, auf welchen Meyer zuweilen die Initialen des Namensbeifügte. In den Düsseldorfer Monatsblättern 1830 ff. sind Holzschnitteund Originallithographien mit den Cursiven G M bezeichnet. Auf Ge-mälden werden dieselben selten oder gar nicht vorkommen. In Düssel-dorf verblieb der Künstler bis Ende 1852. Damals liess er sich inBerlin nieder.

Zur Ergänzung des Artikels im Künstler-Lexicon gehen wir hierauf die Nachbildungen seiner Werke ein, und machen zuerst auf eineeigenhändige Radirung in: Lieder und Bilder II. Band. DeutscheDichtungen mit Randzeichnungen deutscher Künstler I. Band.Düsseldorf, J. Buddeus 1043, gr. 4, aufmerksam. Meyer illustrirte„das Ständchen" von Ludw. Uhland. Eine einzelne Radirung diesesKünstlers stellt vier Kinderchen bei einem Hause vor, 4.