1044 CF. Nr. 2519 — 2520.
geputzten Damen heran. Jene, welche bereits in der Gewalt desBösen sich befindet, ist aber von Reue durchdrungen, und daher er-scheint oben der Heiland mit dem Kreuze, während ein Engel denCnpidp in die Hölle schleudert. Unten gegen rechts steht das Mono-gramm ohne Tätelchen mit dem lieisatze: INGOLST: ADII. iöOS.II. 6 Z. Br. 4 Z. 8 L.
6) Verschiedene biblische Vorstellungen für ein Gebetbuch , wel-ches 1626 zu München erschien. Auf den Kupferblättern diesesBuches kommt ein ähnliches Zeichen vor, aber kleiner, als die obigenMonogrammen sind. Der Stich kann von Fraisingor nicht herrühren,da die Behandlung eine andere ist. Es stimmt indessen auch dieJahrzahl (030 nicht für unsern Künstler, mau kann aber annehmen,dass eine frühere Auflage des Gebetbuches vorhanden sei.
2519. Franz du Chatel? Nach der gefälligen Mittheilung einesI ^ Kunstfreundes findet man dieses Zeichen
>4^ auf einem Gemälde aus der Schule des
v r A Q/t £~/t O Teniers , welches eine Bauernhochzeit
M* <^\/^J f) ^-f- (S vorstellt. Der Meister wurde uns nicht bc--*■• V » *-/ f KJ K fj mm t, wir machen aber auf Franz duChatel aufmerksam, einen Schüler des D. Teniers jun., welcher 1625in Brüssel geboren wurde. Er malte lustige Scenen, meistens Bälle,Bauernhochzeiten i Jahrmärkte u. s. w. Einige seiner Gesellschafts-stücke sind in der Weise des Gonzales Coqucs behandelt.
2520. Francesco Carraccl, genannt Franceschino, und ein. -, Francesco Gortese, sollen die Träger dieser Zeichen seyn,
/T> tt-1 welche aber beide nur eine und dieselbe Quelle haben,Cf (E nämlich das Biographical Dictionary by M. Bryan I. p. 232.^ L ^ / -^ Brulliot I. No. 1209 gibt nach Bryan das zweite Zeichenmit der Bemerkung, dass er es weder auf einem Gemälde, noch aufeinem Kupferstiche des Franceschino gefunden habe. Die diesemKünstler zugeschriebenen Blätter sind auch wirklich nur FC und (CSgezeichnet. Bryan hatte daher das von Christ (Monogr.-Erklärung S. 180)beigefügte Monogramm etwas verkleinert, Heller hielt aber im Mono-grammen-Lexicon S. 73 die Form des Zeichens bei Christ bei, so wiewir oben das erste Monogramm gebildet haben. Christ ist auch dererste Schriftsteller, welcher behauptet, dass das grössere Zeichen aufBlättern des Franceschino Carracci gefunden werde, er nenntaber keines. Ferner sagt Christ, dass dasselbe Monogramm auf „ita-lienischen Historien" nach Annibale Carracci's Erfindung FrancescoCortesc bedeuten könne. Aus letzterem macht Heller einen FranzCortcsse, welcher so wenig gelebt haben dürfte, als der FrancescoCortesc des alten Leipziger Profaner« Christ. Den Beinamen Cortescführten in Italien die Maler Jacques und Guillaumc Courtois, welchehier nicht in Berührung kommen. Ein Franz Courtois hat nichtgelebt. Er wurde nur zufälliger Weise von Christ eingeführt, undAndere identificirten ihn ohne Grund mit Francesco Carracci, welcher1622 zu Rom im 27. Jahre starb.
Wir haben also weder ein Gemälde, noch einen Kupferstich mitden gegebenen Zeichen namhaft zu machen. Wahrscheinlich handeltes sich um Francesco Camullo, welcher Bilder mit einem ausC'Fbestehenden Monogramme bezeichnet halten soll. Er war Schüler desLudovioO Carracci, und malte nach dem Tode dieses Meisters mehrereBilder nach Zeichnungen desselben. Er starb 1650 im 86. Jahre.