Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
887
Einzelbild herunterladen
 

B S. Nr. 2066 -2068. 887

Dieses seltene Blatt ist die Arbeit eines holländischen Meisters,und in einer Weise gefertiget, welche theils an Bronckhorst, theils anH- van Swanevclt erinnert. Ucber den Verfertiger haben sich dieKunstkenner noch nicht ausgesprochen, wir halten aber diese Radirungftir eine Arbeit des Bernard van Schendel, welcher 1634 zu Ilarlemgeboren wurde, und durch historische Darstellungen und durch Genre-bilder sich einen Namen machte. Er war Schüler von Heinrich Mom-iners, und hielt sich, wie dieser Meister, einige Zeit in Italien auf.Schendel erreichte ein ziemlich hohes Alter, da er erst 1693 in HartemStarb. Dennoch sind seine Gemälde sehr selten, oder vielleicht ungekannt.

2066. Bartolomeo Suardi Bramantino, oder Sebastiane» SerlioSJp Bolognese? Diese Buchstaben, welche hier! verkehrt erscheinen,Q.Q stehen auf einem Kupferstiche, welcher mehrere Gebäude vor-stellt, wovon jenes rechts mit einer Colonnade von sechs jonischenSäulen geziert ist. Links vorn bemerkt man ein Stück eines Kar-niesses, und unten stehen die Initialen. H. 5 Z. 8 L. ISr. 5 Z.

Nach Brulliotll. No. 296 ist dieses Blatt zu Anfang des 16. Jahr-hunderts von einem italienischen Meister gestochen, dessen Namen ernicht entdecken konnte. Im Falle, dass das Blatt in Italien entstandenl8t , dürfte es von Sebastiano Serlio herrühren, oder wenigstensnach dessen Zeichnung gestochen seyn, so dass die Buchstaben „Se-bastiano Bolognese" zu lesen sind. Die Stiche von oder nach Serliodatiren um 1544, und wir werden unter SU. und SS. auf sie zurück-kommen. Sollte aber das erwähnte Blatt wirklich aus dem Anfangedes 16. Jahrhuuders stammen, so machen wir auf Bartolomeo SuardiQetto Bramantino aufmerksam. Dieser Meister hatte als Maler undArchitckturzeichner grossen Ruf. Die oben verkehrt gegebenen Buch-staben lassen auch die Lesung „Suardi Bramantino" zu.

In S. Bermann's Catalog der Sammlung des Dr. Petzold in Wien(8m« partie No. 212) wird dem B. Suardi Bramantino ein Blatt"dt der Ansicht des Amphitheaters in Verona von 1558 beigelegt.Allein 1558 hat dieser Künstler nicht mehr gelebt. Er starb schonv or 1536. Bermann nennt das grosse Blatt mit dem Amphitheateräusserst selten.

Im Künstler-Lexicon XVII. S. 530 haben wir über B. Suardiausführlich gehandelt.

2067. Unbekannter Maler, dessen Lebenszeit die beigefügte Jahr-•ß iRnn zan ^ nestmmlt - Er bezeichnete auf solche Weise ein

s. looa. (j em äide von beträchtlicher Grösse, welches im Schlosse*u Kremsicr aufbewahrt wird. Es stellt die Erweckung des Lazarusauf Holz vor, und wird zu den schönsten Bildern der Sammlung ge-wählt. Ueber den Urheber des Werkes haben wir keine Nachricht,Un d da nicht einmal die Kunstrichtung bestimmt ist, so lässt sichauch keine Vermuthung aussprechen. Von Bartholomäus Sprangerkann keine Hede seyn, da dieser Meister erst 1546 geboren wurde.Vgl. den folgenden Artikel.

2068. Bartholomäus Spranger, Maler von Antwerpen, geb. 1546,B S 8° 8t - l625 - Ueber diesen fruchtbaren Künstler haben wir im. ' ' Künstler-Lexicon XVII. S. 174 ausführlich gehandelt, und erls ' ausserdem so sehr bekannt, dass wir uns jedes weitern Nach-weises enthalten müssen. Mehrere seiner Gemälde sind mit denInitialen B. S. bezeichnet, besonders solche, welche er im Auftragede r Kaiser Maximilian II. und Rudolph II. in Wien und Prag aus-führte. Auch auf Kupferstichen von C. Cort, H. Goltzius, Jan Müller,

61*