BRU. Nr. 2063. 885
oder Fluweclcn Brcughcl, zu verstehen. R. Robinson stach nach ihme in Blatt in Mezzotinto, welches eine Landschaft vorstellt, in welcherder Hirt seine Schaafe gegen den Wolf vortheidiget. Sie ist bezeichnet:Mrugili pinx. Jo. Smith ex., qu. fol. Auf diesen Künstler bezieht sichWen die Bezeichnung „ßrugle In." auf einem Kupferstiche von J.Moyroau. Dieses Blatt stellt eine Landschaft mit Bauern vor, unterdem Titel: Reirealion flamande. qu. fol. BRVEGEL und BRVEGHELzeichnete er auf seinen Gemälden. In der k. k. Gallerie zu Wien isteine Anbetung, ein kleines Bild auf Kupfer mit dem Namen: BRVEGELEEG. 1590. In der k. Eremitage zu St. Petersburg sind Landschaftenv on 1607 und 1610 mit dem Namen BRVEGHEL bezeichnet. Esschrieb aber auch Peter Breughel der Alte, oder der sogenannteBauern-Breughel (Boercn-Breughcl), häufig BRVEGEL auf seinen Ge-mälden, und ein Gleiches verhält sich mit seinem gleichnamigen Sohne,welcher in Holland der „Heische Breughel", d. h. Höllen-Breughel ge-nannt wird, da er mit Vorliebe Hexen und Teufelsspuk malte. DieGallerie in Wien bewahrt mehrere Bilder von der Hand des altenBreughel mit dem Namen BRVEGEL und den Jahrzahlen 1559, 1560und 1503, sowie solche ohne Datum, deren auch in anderen Gallerienvorkommen. Man muss daher unterscheiden, ob irgend ein Bild dieserArt von dem älteren oder dem jüngeren Peter Breughel herrühre. DieBauernscencn des alten sind von energischer Auffassung", und vollLeben und Bewegung in den gemeinen Gestalten. Andere Compositionennahen Aehnlichkcit mit jenen des Jeronymus Bos (J. Agnen von Her-z °genbusch), sind aber nicht selten hart und bunt gemalt. Der Höllcn-breughel malte im gleichen Genre, und dazu Feuerbilder, meist phan-tastische Scencn der Unterwelt. Bei ihm fehlt aber das kräftige Lebendes alten Breughel, und er zeigt ein ziemliches Ungeschick in der Be-handlung. Der schwächere Theil sind die heiligen Figuren, immerhinbesser ist das Lumpeugesindel gemalt, welches er einführt. Das Alter-jjMUnliche entscheidet nicht für P. Breughel scn., es macht sich auch inden Bildern des jüngeren Breughel bemerkbar. Die Lebensgrenzendes alten Vicsen- oder Boeren-Breughel sind nicht genau bestimmt.Einige lassen ihn 1510, andere 1530 im Dorfe Breugel bei Breda ge-boren werden. Seine Geburt dürfte aber vor 1530 fallen, da derKünstler nach C. van Mander's Versicherung schon 1551 als Meister'" die St. Lukasgildc zu Antwerpen aufgenommeil wurde. Um 1553befand er sich in Rom. Wir ersehen diess aus zwei radirten Blätterndes Meisters mit der Schrift: Petrus Breughel fee. Romae A°. 1553fiaud. Hoof —. Das eine dieser Blätter enthält eine Rheinansicht mitMerkur, welcher die Psyche durch die Luft entführt, das andere stellte }ne Landschaft, und Schiffe auf dem Canale vor. In der Luft zeigtsich aber Dädalus und Jkarus. H. mit dem Rande 10 Z. Br. 12 Z.° L. Andere Radirungen eines Breughel scn. gehören entschieden zurGattung der Marinen, und sind fast von derselben Grösse. Man liesta "f diesen seltenen Blättern den Namen BRVEGHEL und BRVEGEL,Worunter aber der alte Bauernbreughel vielleicht nicht zu verstehen ist.Man weiss nämlich auch von einem Marinemaler Hieronymus Breughel,Reicher in dor zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig war. Brugel'""■ Cnck exe. 1559 steht auf dem Titelblatte einer Folge von 13Kupferstichen, welche die Tugenden und Laster in der bekanntenPhantastischen Weise des Bauernbreughel vorstellen. Auf einem alten"latte von 1570 aus II. Cock's Verlag, welches zwei hässliche Bauernm .'t einem jungen Mädchen vorstellt, lesen wir: Bruegel inuentor. Manuimmt gewöhnlich an, dass der alte Breughel 1570 gestorben sei, erle ote aber noch 1599, da er in diesem Jahre den Andries Daniels zum
Monogrammiiten. 61