Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
870
Einzelbild herunterladen
 

870 BR. Nr. 2023.

de Bry gestochen, und desswegon deutet Christ in seiner Monogrammon-Krklärung S. 129 das Zeichen auf diesen letzteren Meister, mit derBemerkung, dass damit Blätter in Boissard's Bildnisssammlung und indessen Werk üher römische Alterthümcr bezeichnet seyen. Brulliot I.No. 1105 erklärt daher in einem zweiten Artikel das erste Zeichenherkömmlicher Weise ebenfalls auf Th. de Bry, aber ohne sich über-zeugen zu können, dass die Erklärung richtig sei. Andere deutetendas Monogramm auf einen unbekannten Bartolome Reifat, welchergegen 1610 nach Georg Pecham gestochen haben soll, wie Brulliotbemerkt. Dieser Reifat ist sicher corrumpirt aus dem Namen desBartolome Reiter entstanden, welcher um jene Zeit ein paar Blätternach Pecham radirt hatte, aber sich eines aus RR. F. bestehendenMonogramms bediente. Ks bleibt dahor nur Robert Boissard Übrig,dessen Blätter mit jenen des Rene Boyvin geringe Aehnlichkcit haben.Zu den seltensten Blättern mit dem Namen dieses Meisters gehörtdie Geisslung Christi in einer Composition von 13 Figuren, wovonselbst Zani keine Kunde hatte. Es ist glänzend gestochen , in Iloch-folio. Eben so verhält es sich mit einem Blatte in Aldegrevei's Ma-nier, welches ein Badezimmer mit acht Frauen vorstellt, ähnlich demsogenannten Wiedertäuferbad des genannten Meisters. Der Verlegerist Jean le Clerc, und der Stich in folio. Ein Quartblatt mit R. Bois-sard's Namen gibt das Urtheil des Paris, mit Figuren im Charakterdes Lukas van Leyden. Unter den Bildnissen steht jetzt jenes desEarle of Esscx zu Pferd aus William Kip's Verlag (1600) in hohemPreise, fol. Auch das Portrait des französischen Rechtsgelehrton PierreBclloy, und jenes des Pierre Bonsard, le prince des poetes francais,wird hoch gehalten, 4.

2023. Jakob de Bray von Haarlem, Salomon's Sohn, hatte denxi / Ruf eines vorzüglichen Bildniss- und Historienmalers. In■l\_ Jttit> iTnarlem findet man auch noch Werke von ihm, welche dasLob rechtfertigen, wir wissen aber nicht, ob auf irgend einem Ge-mälde das gegebene Zeichen vorkomme. Man findet es jedoch aufzwei radirten Blättern (No. 1 n. 10), welche von früheren Schrift-stellern, wie von Heineckc, Huber und Martini, Malp6 und Bavarcl &Cirrig dem Rene Boyvin zugeschrieben wurden, da das Zeichen Aehn-lichkcit mit jenem dieses Meisters hat. Das Blatt mit der Hagarwurde auch dem Renier Brackenburg zugeschrieben, welcher keinenAnspruch darauf machen dürfte. Brulliot I. No. 1037 schreibt demJ. de Bray auch ein aus den Buchstaben J R R bestehendes Monorgramm zu, welches aber dem Jean Rabasse angehöret, und nur dieBuchstaben .TR enthält. Es ist fein geritzt, und etwas undeutlich.J. de Bray soll nach der gewöhnlichen Angabo 1664, wenige Wochenvor seinem Vater, gestorben seyn, er lebte aber noch 1674.

Radiningen dieses Meisters.

Bartsch räumte ihm im Pcintrc -graveur keine Stelle ein, wirsichern ihm aber hier eine solche mit der Bemerkung, dass vielleicht'nicht alle Blätter von der ITand dieses Künstlers herrühren. Daseine oder das andere wird dem Salomon de Bray zugeschrieben, wennnicht Dirk de Bray mehr Anspruch hat. Sicher ist, dass Jakob deBray auf Kupfer radirt hat, und somit dürfte er der Verfertiger seyn.Unter dem Monogramm D B kommen wir auf ein weiteres BlaWzu sprechen.

1) Die Verstossung der Hagar. Abraham steht rechts, und Hagarvor ihm erhebt bittend die Hand, während Ismacl sich an sie schlicsst.