860 BP. Nr. 1999 — 2000.
B.P.
1999. Bernardino Focstti, Maler von San Gemignano (1542—1612),stammt aus der Familie der Barbatelli, nannte sich aber selbstPocetti (Poceti), und hatte ttbcrdiess noch den Beinamen B.
dalle Facciato, dalle Orotcschc, und dalle Muse, wie wiruns der ziemlich ausführlichen Biographie desselben bei Baldinucci(Notizic dei professori del disegno, Ausgabe von F. Ranalli. Flor.1845—47, Bd. III. p. 132—157) wissen. In Florenz haben sich vieleWerke seiner Hand erhalten, die Fresken an den Faeaden der Palästesind aber fast alle untergegangen. Zu den erhaltenen gehören dieschönen Lunetten im grossen Chiostro der Scrvitenkirche (S. Annun-ziata). Sie stellen Ereignisse aus der Geschichte des Ordens dar.Das vortreffliche Bild der Erweckung eines ertrunkenen Knaben durchSt. Amadeas ist von A. Chiari in den Pitture a freco di Andrea delSarto, und auch von J. B. Probst gestochen. Es zieht selbst nebender berühmten Madonna del Sacco des A. del Sarto die Blicke aufsich. Erhalten sind auch die Lunetten im grossen Chiostro von St.Maria Novella und in jenem von S. Marco, die Fresken in dem vor-maligen Frauenkloster von Annalena, jetzt Casa Magdonald, und jeneaus dem Leben dos hl. Bruno in der Certosa bei Florenz, welche wohlzu den vorzüglichsten Werken des Meisters gehören. Im Serviten-kloster zu Pistoja malte Pocetti ebenfalls sechs Lunetten, welcheBaldinucci nicht erwähnt. Eine interessante urkundliche Relation dar-über gibt A. Reumont im deutschen Kunstblatt 1852 No. 13. Sie ist denKlosterannalcn entnommen, und liefert auch einen Beitrag zur Kennt-niss der Seltsamkeiten des Künstlers, von denen Baldinucci Manche)berichtet. Die Fresken und anderen Malereien in der Kapelle derH.H. Nerei und Achillci in St. Magdalena de' Pazzi zu Florenz habenFerdinando und Carlo Gregori, Faucci und Betti auf 14 Blättern ge-stochen. Auf mehren Werken zeichnete der Künstler mit B. P. Aufdem schönen Frescobilde im Fiiidclhausc zu Florenz, welches die hl.Catharina von Siena vor dem Tyrannen Maximian vorstellt, stehen dieBuchstaben B. P. mit der .fahrzahl 1012, wie auch bei Brulliot II.No. 231 bemerkt ist. Gaetano Cecchi hat dieses Bild für M. Lastri'sEtruria pittrice gestochen. Eine der reichsten Compositionen desMeisters, das Fegfeuer und die verschiedenen Kreise desselben nachDante's Purgatorio, ist durch das grosse Hauptblatt von J. Callot 1612bekannt.
Pocettl's II a d Innigen.
Bartschs hat diesen Meister in den Peintre-graveur nicht aulge-nommen, was wohl nur der Seltenheit seiner Blätter zuzuschreiben ist.Wir zählen sie desswegen hier auf, obgleich die Initialen nicht aufdenselben vorkommen. Folgende Blätter werden im Cabinet Sykes III.No. 146 und 147 beschrieben.
1) Die Kreuztragung, figurenreiche Composition. Links unten:Bernardino Pocetti F. H. 12 Z. Br. 7 3 / 4 Z.? Auktion 1 £ 13 Sh.
2) Christus am Kreuze zwischen den Mördern. Am Stamme des-selben liegt Maria in den Armen zweier Frauen. Rechts unten aufder Säbelscheide des Soldaten: Bernardino P. II. 12 a / 4 Z.? Br. 7 3 /, Z.Sykes 1 £ 15 Sh.
2000. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1540—1550 thiiiigtj -p war. Man findet die gegebenen Initialen auf einem Blatte mit■D J- • dem verlornen Sohne als Schweinhirten, in gegenseitiger Copicnach A. Dürer, B. No. 2«. Er ist in Profil nach links gewandt, undkniet mit erhobenen Händen neben dem Schweinstalle. Im Grunde ist