Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
846
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846 BM. Nr. 1961.

Andrea Mantcgna im Palaste des Herzogs Francesco Gonzaga IV. zuMantua gemalt hatte. Andreani schnitt diese Darstellung auf zehnPlatten in Holz. In der Dedication an den Herzog Yincenzo Gon-zaga unterschreibt Malpizzi wie folgt: BERNARD. MALPITIÜS PICT.MANT. F. MANTÜAE MDXCVIII. Man kann daraus nicht abnehmen,dass Malpizzi selbst Platten in Holz geschnitten habe, da er in derWidmung ausdrücklich den Andrea Andreani als Formschneider nennt(hit typit ligneit novo tuar. fnrmar. adurnbralione incisit). Er kannaber die Zeichnung auf die Holzplatten gemacht haben, wenn nichtder Buchstabe F. ,,Formt»" bedeutet, so dass Malpizzi der Drucker,oder Verleger ist. Der Buchstabe F. kommt auch auf anderen Blätternin dieser Bedeutung vor. Damit wissen wir also höchstens, dass derMaler Bernardo Malpizzi um 1598 in Mantua gelebt habe, und dass ihmweder ein Holzschnitt, noch ein Kupferstich mit Sicherheit zugeschriebenwerden kann. Gori nennt indessen ein Blatt in Helldunkel, welchesden hl. Sebastian vorstellt, und mit B. M. bezeichnet seyn soll. Alleinnach der Angabe dieses Schriftstellers streifen die Blätter, welche erdem Malpizzi zuschreibt, in der Composition noch an die gothischeManier, und somit ist wohl von einem andern, älteren FormschneiderB. M. die Rede, vielleicht von Bartolomeo Merlo. Zanetti (CabinetCicognara p. 45) behauptet aber, dass Andrea Andreani nach Malpizzi'sZeichnungen die bekannten Helldunkel mit dem Todtcnkopf, und derrömischen Courtisane nach Albert von Eyb's unsauberer Erzählunggefertiget habe. Auch die weibliche Figur mit dem Feuer zu ihrenFüssen soll nach Malpizzi von ihm geschnitten seyn. Unsers Wissenssind aber diese Blätter nicht mit B. M. bezeichnet. Die Initialen B M,welche Heller (Geschichte der Holzschneidekunst S. 239) dem B. Mal-pizzi zuschreibt, beziehen sich nicht auf diesen Meister. Er entnahmseine Notiz dem Monogrammonbuche von Christ S. 127; letzterer sagtaber, er habe sie auf ganz alten deutschen Blättern in der Weise desMartin Schön gefunden. Dieser unbekannte B M. hat oben No. 1957seine Stelle, und dort sind auch seine Kupferstiche beschrieben. Ausder ganzen, peinlichen Untersuchung geht nur die Vermuthung hervor,dass die unten beschriebenen Blätter weder von Malpizzi, noch vonBattista del Moro herrühren dürften. Wir haben schon im vorher-gehenden Artikel, jenem des B. del Moro bemerkt, dass die diesemMeister zugeschriebenen Blätter ungleich seyen, und somit hat ervielleicht mit einem unbekannten B M zu theilen. Holzschnitte mitB M. kennen wir nicht. Auch Christ hatte nur die Tradition, dassMalpuccio Holzschnitte in Helldunkel von drei Platten geliefert habe.Folgende Kupferstiche sind mit B. M. bezeichnet:

1) Abraham vor den links über dem Boden schwebenden dreiEngeln knieend. Rechts steht Sara unter dem Eingange des Zeltes.Links am Baumstamme stehen die ers'en Initialen ohne Punkte. Un-ten im Rande nach rechts: TRES V1D1T ET VNVM ADORAVIT.H. 11 Z. 5 L. Br. 9 Z. 2 L.

Die Composition wird bald dem Rafael, bald dem Tizian zuge-schrieben. Jedenfalls ist Rafael's Darstellung in der vierten Arkadeder vatikanischen Loggien benutzt Der Stich des Blattes ist fein,und von richtiger Zeichnung. Die Buchstaben B M stehen nur aufden Exemplaren zweiten Druckes.

2) Der hl. Hieronymus, rechts an seiner Hütte sitzend. Nebendem Tische des Heiligen sieht man den Löwen, und rechts auf demHügel steht ein Hirsch. Unten bei den Füssen des Heiligen sinddie Buchstaben B. M. H. 5 Z. 8 L. Br. 8 Z. 3 L.