Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
660
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660 AW. Nr. 1483-1485.

Fassung der Landschaft bewiesen, dass er sich aber vor zu decorativerAusführung zu hüten habe. Die Figuren in seinen Gemälden sindvon grossem Leben in Compositum und Bewegung. Obige Zeichenfindet man auf Holzschnitten in der Schrift: Schultze und Müller imOrient. Düsseldorf 1064. Der Künstler wird wohl auch andere Werkein ähnlicher Weise bezeichnet haben.

1483. Heinrich August von Watzdorff, geb. zu Greitz 1760, war

Mchurfürstlich sächsischer Offizier, übte aber mit grosser Vor-liebe auch die Malerei. Er copirto mehrere Gemälde von■ P. Potter, Ostade, Lingclbach u. A. Dann malte er auch Land-schaften mit Tliiercn in Kleugels's Weise, so wie Pferdestücke undSchlachtbilder. Sic sind aber steif und kalt, Nachahmungen anderer,besonders niederländischer Meister. Auf einigen Gemälden steht dasZeichen des Künstlers. Auf etlichen radirten Landschaften mit Viehfindet man ebenfalls das Monogramm, so wie die Initialen A. v. W.,qu. 4. Das obige Zeichen gibt aber nicht die stereotype Form. DerKünstler setzte manchmal das W tiefer, und unter dem oberou Quer-strich das v ein. A. v. Watzdorff starb um 1815.

1484. Abraham Wuchters, auch Wugters und Wogter genannt,AJ j- wahrscheinlich ein Holländer von Abkunft, stand 1664 bereits/WV.JC-. 25 j a hre in Diensten des Königs von Dänemark, und maltewährend dieser Zeit eine grosse Anzahl von Bildnissen. A. Ilaelweg,L. Salm, H. Schatten, Th. Matham, L. Vorsterman und Andere habenderen gestochen. Auf mehreren Bildern findet man das Monogrammdes Künstlers, wie auf jenem des Königs Christian IV. von Dänemarkin der k. k. Galleric zu Wien, welches A. Haelweg gestochen hat.Im Künstler-Lexicon XX. S. 122 haben wir ausführlicher über diesenMeister gehandelt, und auch Radirungen desselben verzeichnet. Erstarb um 1680.

1485. Anton Woensam, gewöhnlich Anton von Worms genannt,

* ist uns durch die Bemühungen des Herrn J. J. Morlo

V/f \SjÜ (Kunst und Künstler in Cöln MIO, S. 517) als einer der/Vv\ / /^i\ fruchtbarsten und trefflichsten Künstler des 16. Jahr-hunderts bekannt geworden, indem Bartsch (P. gr. VII. p. 488) nurherausfinden konnte, dass 1529 ein Pictor Antonius de Vormacia in Cölngelebt habe. Dieser Schriftsteller beschreibt auch nur 10 Blätter vonihm, jenes abgerechnet, welches dem unbekannten sächsischen Mono-grammiston A. W. angehöret, welcher ebenfalls seine Stelle findet. Da-mit waren bis 1850 die Nachrichten geschlossen, nur hatte es sichherausgestellt, dass der Künstler eine viel grössere Anzahl von Blät-tern hinterlassen habe, als Bartsch 1808 ihm zuschrieb. Merlo konnteaber in seinem Werke von 1850 hinsichtlich des Todesjahres des Künst-lers selbst noch nicht zur vollen Gewissheit gelangen, nur ersah er,dass nicht mit 1531 die Oränzc von Woensam's Thätigkeit zu ziehensei, wie man früher geglaubt hatte. Erst später gelang es ihm, in denkölnischen Schreinsbüchern einige Aufschlüsse über die Lebensverhält-nisse des Meisters zu finden. Das Resultat dieser wichtigen Forsch-ungen legte er in einem eigenen Werke nieder: Die Meisler der allkolni-tchen Malerschule. Köln 1852. Daraus entnehmen wir die folgendenAngaben.

Anton, oder Thoniss Woensam war der einzige Sohn des Malers Jaspar(Caspar) Woensam v. Worms, aus dessen erster Ehe. Jaspar kommt 151"zuerst in den Schreinsbüchern vor, indem er damals mit seiner GattinElssgyn (Elisabeth) das Haus „zvm Scherffgyn" in Cöln kaufte. Esist nicht gesagt, dass beide Ehegatten aus dieser Stadt selbst stammen,