Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
632
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632 AVK. Nr. 145«.

dnn Jahron fort, ohne jedoch den besten Stechern seiner Zeit endlichgleichzukommen. Er bediente sich bald der Nadel, bald dos Stichels,und aus dieser Behandluugswcise erklärt sich die Verschiedenheit derBlattei? mit seinem Monogramme. Auch hatte er verschiedene Zeich-nungen zur Vorlage, da er in der Compositiou wenig oder gar nid' 1erfahren war. Seine Manier gleicht mehr jener des Cornel Cort, al 9der eines anderen Meisters. Das Hauptwerk ist unstreitig das jüngst"Gericht nach Michel Angelo, B. No. 10. Dieses Blatt kommt jenemdes Bonasone gleich, da es sehr gut gestochen ist.

Man nimmt gewöhnlich an, dass M. Kartarus um 1560—1570gearbeitet habe, allein er war noch 1506 in voller Thätigkeit. Malpewill sogar eine Folge von 24 Blättern mit Bildnissen römischer Kaiservon 1596 kennen. Diese Angabo ist indessen noch nicht bestätigetDoch gab M. Oartaro 1570 perspektivische Ansichten heraus, es istuns aber nur der Titel des Werkes bekannt: ..Prospettive diverse dt>Mario Cartaro. Borna 1570, fol." Bartsch P. gr. XV. p. 520 beschreib«28 Blätter von M. Kartarus, es existiron aber wenigstens fünfzig Stichevon diesem Künstler.

Nachträge zum Pciutre-graveur und zum Künstler-Lexlcoii.

1) Christus und die Samariterin am Brunnen. Neben diesem sitz'der Heiland, und spricht zum Weibe, welches links steht. In der Mit' cerhebt sich ein Baum, links in der Ferne zeigen sich sieben Figurenvor der Stadt. Unten steht: MICH. ANG. INV., und darunter ist da 9Monogramm mit der Adresso: ,,Ferandi bertelli exe." H. 13 Z. 11 I*Br. 10 Z. 8 L.— Diese Darstellung scheint nach Beatricet copirt zu scyn>

2) Das Abendmahl des Herrn. Copie nach dem meisterhaften Blattedes Marc Anton, welches durch Bartsch unter dem Namen der „(Waux pieds" bekannt ist, weil das Tischtuch nicht über die Füsso derFiguren herabreicht. M. Kartarus erlaubte sich einige Aenderungc 11in der Composition, und Hess auch Marc Anton's Tafelchen weg. Da;für setzte er sein eigenes Zeichen mit der Jahrzahl 150U darausII. 11 Z. Br. 16 Z.

3) Christus am Oelbergc, Copio nach A. Dürer, B. No. 4. DieserCopie erwähnt Malpö, wir fanden sie aber ausserdem nicht angezeigt'Sie dürfte jedoch vorhanden seyn, da M. Kartarus auch andere Blättervon Dürer copirt hat.

4) Christus mit Dornen gekrönt, Gruppe von eilf Figuren. I*Grunde ist Architektur, und auch andere Figuren sieht man daselbs''Mit dem Monogramm, aber ohne Jahrzahl, gr. fol.

5) Der leidende Heiland. Er sitzt in Mitte des Blattes auf einen 1Steine, etwas nach links gewendet, und trägt die Dornenkrone aufdci"Haupte. Hände und Füsse sind von den Nägeln durchbohrt, und au 9der Brust fliest Blut. In den Händen hält er Geissei und ltuthe. I 111Vorgrunde liegen drei Nägel, und links unten am Steine steht d» 9Monogramm mit der Jahrzahl 1560 darüber. Im Rande ist Schri"'Heus Tibi etc. H. 4 Z. und 2 L. Rand, Br. 2 Z. 9 L. — Dieses schön«Blatt scheint nach einem deutschen Meister copirt zu seyn. Zan cttlbeschreibt es im Cabinet Cicognara No. 1417.

6) Christus am Kreuze zwischen zwei trauernden Engeln in Wolke'^Unten stehen Maria und Johannes, und links bemerkt man das Mo""'gramm mit der Jahrzahl 157H darüber. Unten in der Mitte sttWMichelangelo Bona liota Imtentor. II. 14 Z. 9 L. Br. 9 Z. 9 L.

7) Die Grablegung Christi in Gegenwart des Johannes und derhl. Krauen. Copie nach A. Dürer, B. No. 15. Mit dem Monogramm 1 'des M. Kartarus und Romac 1557 (?). H. 4 Z. 3 L. Br. 2 Z. 9 l>.