Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
579
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AV. Nr. 1391 — 1394. 579

F. Villamena starb zu Rom 1626 eines plötzlichen Todes. Ma-rjette besass 360 Blätter von ihm, worunter aber wahrscheinlich Va-rietäten, und die Abdrücke von den durch ihn retouchirten Plattenälterer Meister waren.

1391. Unbekannter Kupferstecher. Man findet sein Zeichen auf^2f einer in Stahl radirten Copie des Holzschnittes von A. Dürer,f\\ B. No. 9. Dieses Blatt stellt die Verspottung des Heilandes dar,

aber von der Gegenseite des Originals, so dass Christus rechtsunter dem Thore steht. Unten sind Juden und Kriegsknechte, welcheden Heiland verhöhnen. Rechts auf einem Zettel steht das obige Zeichen,und jenes von Dürer fehlt. Neben dem Monogramme des Copisten liestman: Ecce homo nil dicis: die Ecce Deus, cadet ira. 1592. Nulla, Deuma>t hominem, turba necare polest. H. 7 Z. Br. 4 Z. 10 L.

Die Platte kam später in die Hände eines Betrügers, welcher dieJahrzahl 1592 ausklopfte, und an die Stelle des obigen Monogrammsjenes des A. Dürer mit der Jahrzahl 1512 setzte. Hüsgcn, Malpe,Gori, Huber und Lepel wurden dadurch veranlasst, das Blatt demDürer selbst zuzuschreiben. Heinecke setzt es unter die Holzschnitte,weil nämlich in der kräftig geätzten Darstellung der Formschnitt nach-geahmt ist.

1392. Agostino Veneziano soll nach Bryan (Biographical and cri-

Atical Dictionary II. p. IV.) der Träger dieses Zeichens seyn, dergenannte Schriftsteller sagt aber nicht, auf welchem Blatte esvorkomme. Auch Brulliot konnte keinen Kupferstich mit demselbennamhaft machen.

Man findet es auf dem Titelblatte der „Imagines et Elogia WronimHluMtrium et Erudilorum ex antiquis lapidibus et numismalibus exprestaecum annotationibus ex Bibliotheca Fulvii Vrsini. Hornae, A. Lafreri for-»u's 1570, fol. Dieses Werk enthält viele Kupferstiche von einemMeister der Marc Anton'schen Schule, sie können aber nicht von Ago-stino Veneziano herrühren, da dieser Meister lange vor 1570 starb.

1393. Andrea Taccaro, Historienmaler, wurde 1598 in Neapel ge-"X \T boren, und von Girolnmo Imparato unterrichtet. Später

^/V' hielt er aber mehr zu Caravaggio, dessen Weise ihm je-^\ \ doch weniger zusagte, als jene des Guido Reni. In Neapel-*- T *- findet man viele Werke von seiner Hand, und auch in^isländischen Gallerien kommen solche vor. Guaricnti spricht auchy on einem Andrea Vaccari aus Rom oder Genua, und schreibt ihm eineKreuzabnehmung in St. Maria di Loreto zu Lissabon zu; wir glaubenaber nicht an einen zweiten Meister dieses Namens, da sich Guarientiöfters geirrt hat. Das gegebene Zeichen findet man auf Gemälden Vac-caro's. Es ähnelt jenem des Andrea dcl Sarto, der Kenner wird aberdie Gemälde beider Meister sicher nicht verwechseln. Vaccaro starb«u Neapel 1670.

1394. Andrea del Sarto von Florenz, angeblich der Sohn eines"^ a j~ Sehneiders, Namens Michel Agnolo Vannuchi,

\/w^ fand in Vasari einen Biographen, von welchem

Xr^ -\\r AA/ - nlan e ' nc Uln so Senauere Geschichtserzählung

_£\ % XX yv£ erwarten sollte, als er Andrea's Schüler war,

-k a ^^\ 7 - ' — uu d die wichtigsten Arbeiten des Meisters vor

/(Y vOv ^0( Augen hatte; allein wie so häufig, so herrschen

' ' auch im Leben del Sarto's Irrthümer, und Un-

K'i'iiauigkeit in den Zeitbestimmungen. Vasari ist es, welcher irrig 1478

statt 1488 als das Geburtsjahr des Künstlers bestimmt, worin ihm Bai-