274 AD. Nr. 394 — 395.
setzen. Auch kann von Anton Fantuzzi keine Rede seyn, indem Fal-coneto's Radiningen mit jenen der Schule von Fontainobleau nicht diegeringste Analogie haben. Er ist in der Zeichnung sehr mittelmässig,und namentlich sind die Figuren schülermässig. behandelt. Besser sinddie Thiere gezeichnet, sowie die Baulichkeiten und die Bergformen.Im Ganzen aber ist der Styl geschmacklos zu nennen. Wir kamen aufden Namen dieses Künstlers, welchen Stritt irrig Angolo Falco heisst,zunächst durch eine landschaftliche Zeichnung, welche unten im Bildeobige Initialen trägt. Flüchtig mit der Feder behandelt, und mit allenF'ehlern in Zeichnung und Anordnung stellt sie eine von Bergen ein-geschlossene alterthüniliche Stadt vor. Im Vorgrnndc rechts sind aufunebenem Terrain Felsen und Bäume, und links gegen den Mittelgrundzu weiden Kühe. Bei derlleerde sitzt ein kiter Mann, und ein jungersteht daneben, vielleicht Merkur und Argus. Falconeto hinterliess auchradirte Blätter, welche in derselben geschmacklosen Weise behandeltsind. Er steht vielleicht mit Gio. Antonio Falconeto in Verwandtschaft,welchen die Kunstgeschichte als Bruder des 1534 verstorbenen Gio.Maria Falconeto bezeichnet. G. A. Falconeto soll ebenfalls Landschaftenmit Figuren gemalt haben, welche mit Beifall aufgenommen wurden.Die Radirungou Angiolo's konnten um 1550 entstanden seyn, doch sindsie nicht so trefflich, um einem Künstler Ruf zu machen. Sie gehörenindessen zu den grossen Seltenheiten.
1) Landschaft mit Juda und Thamar. Rechts erheben sich grosseFelsen, und durch eine Oeffnung sieht man auf eine alte Burg am Endeder Stadt, welche sich links an den Abhängen ausbreitet. Im Vorgrundelinks weiden Kühe, und gegen die Mitte zu sitzt der Hirt bei einemWeibe. Rechts vorn nähert sich Juda der am Fusso des Baumes sitz-enden Thamar, und scheint ihr ein rundes Brod zu reichen. Unterdieser Gruppe am Rande des Bildes steht: iauas nvimt m tamau svaM.Links unten steht der Name anüioi.o kalconkto t, II. 10 Z. 11 L.Br. 11 Z. 3 L.
2) Dieselbe Darstellung in kleinem Formate, und von grössterSeltenheit. IL 4 Z. 9 L. Br. 7 Z. 4 L.
3) Landschaft mit Apollo und Daphne, nach Ovid's Verwandlung-Das Gegenstück zu obigem Blatte No. 1. — Diese Darstellung legtStrutt I. 286 einem Angolo Falco bei, und es scheint daher der Nameabgekürzt zu seyn, wenn Strutt richtig gelesen hat.
544. Abraham Farndrius? Die gegebenen Buchstaben sollen sichTT y^i auf einem Gemälde finden, welches eine Landschaft mit
A4- L Bäumen und eine Mühle am Wasser zeigt, lieber dieses^S ls. J . führt eine Brücke, gegen welche zwei Bauern heran-kommen. Dieses Bild verräth einen Zeitgenossen, oder Schüler desRembrandt, und ist von grosser Kraft der Farbe. Ueberdiess sind auchdie Baumformen meisterhaft gezeichnet, und die Figuren in Rcmbrandt'sWeise behandelt.
Unter dem Meister Ä. F. mochten wir den Abraham Farndrius er-kennen. In der k. Sammlung zu Dresden sind viele landschaftlich' 1Zeichnungen von ihm ganz in der Weise Rcmbrandt's behandelt, sodass sie mit jenen dieses Meisters verwechselt werden könnten. Farn-drius ist holländischer Abkunft, man findet aber in den Werken seinerLandsleutc keine Erwähnung von ihm.
545. Antonio Fantuzzi wird als der Träger dieser Initialen ge-k fjr • £• nannt, und gewöhnlich mit dem Formschneider Antonio
J\.*;/\ i da Trento identificirt, so dass man seine Blüthezeit von1531—1541 setzt. lieber dieses Verhältniss haben wir unter dem Zei-