Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
232
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232 ADB. Nr. 409-410.

409. Abraham de Bruyn, welcher den folgenden Artikel in An->' i i» . Sprach nimmt, kOnnte der Träger dieses Zeichens seyn. Bartschaä\ p. gr. IX. p. 529 und Brulliot I, No. 109 lassen es ungedeutet,

»T**W und hoschreihen nur den Kupferstich, auf welchem das Mono-gramm vorkommt. Dieses Blatt ist gegenseitige Copie nach A. Dürer,B. No. 86. Es stellt drei Bauern vor, wovon jener rechts den Rückenzeigt, und sich auf einen allen Degen stützt. Links trägt ein andererEier im Korbe. In der Mitte unten ist das Zeichen, und rechts obensteht: MM. ■'!. II. 3 Z. 10 L. Br. 2 Z. 10 L. Das Monogramm istverkehrt, und könnte jedenfalls auf Abraham de Bruyn gedeutet werden,wenn der au den linken Schenkel des A sich schliossendo Buchstabefür D zu nehmen ist. Der Buchstabe C würde auf diesen Künstlernicht passen. Er kam erst um 1577 nach Cöln, und daher könnte dasC auf einem Blatte von 1567 nicht „Coloniac" bedeuten.

410. Abraham de Bruyn, Maler und Kupferstecher, wurde um 1538_ zu Antwerpen geboren, und kam um 1577 nach

/JL Cöln, wo er in hohem Alter gestorben ist. Dio-j)inßt^/vr sei' Künstler steht mit der Cölnischcn Malcr-?W? /fcR familic Bruyn oder Brun wahrscheinlich nicht

°^ 3 ™'' </rn,M& j n Verwandtschaft, da jetzt durch Merlo (dieMeister der altkölnischen Schule. Cöln 1852, S. 158 ff.) urkundlich er-wiesen ist, dass sich jene Familie nicht de Bruyn oder de Brun, sonderndie Mitglieder derselben geradeweg Bruyn oder Bruin, noch öfter Brunnannten, ein Wechsel, welcher indessen auch bei A. de Bruyn statt-findet. Irrig nannte man ihn aber Adrian Bruyn. Das erwähnte Werkvon Merlo bildet ein wichtiges Supplement zu dessen Nachrichten vondem Leben und den Werken Cölnischer Künstler. Cöln 1850.

Was A. de Bruyn als Maler geleistet, ist noch nicht nachgewiesen.Er ist nur durch seine Kupferstiche im Goschmacke der Wierx bekanntund beliebt, obgleich der Fleiss und die Bestimmtheit der Arbeitdie Härte, und die mangelhafte Zeichnung in den Blättern nicht er-setzen kann. Zu den frühesten Stichen des Künstlers gehören dieBlätter in den Druckwerken des Ch. Plantinus zu Antwerpen, dasschöne Bildniss Carl IX. von Frankreich aus H. Diefrinks Verlag, fol.,jenes Philipp's II. von Spanien und seiner Gemahlin aus demselbenVerlage, dann die Ornamente und die kleineu Friese mit Thiercn undFiguren &c. Aus dem Jahre 1566 stammen etliche nielloartige Ver-zierungen mit Figuren auf dunklem Grunde, welche vormuthon lassen,dass der Künstler Goldschmied gewesen sei. Und gerade die Blätter,welche in das Fach der Ornamentik schlagen, gehören zu den schön-sten Leistungen A. de Bruyn's. Sie erschienen in Antwerpen, einerStadt, mit welcher der Künstler auch noch im Verkehr blieb, als erbereits Bürger in Cöln war. Christoph Plantin übertrug ihm einenTheil der Platten für Tfumanae Salulis monumenta Ji. Ariae Montani —.Antvcrpiae ex protyp. Heg. Ch. Plantinus (ir,l /), gr. 8. Dieses Werkenthält viele Darstellungen aus dem alten und neuen Testamente nachP. van der Borcht, von P. Iluys, J. II. Wierx und unserem Künstlergestochen. A. de Bruyn stach später in Cöln auch noch für die Biblissacra, welche 1583 bei Plantin erschien. Auf vielen Blättern stehendie gegebenen Monogrammen. Die Zahl seiner Grahstichclarbeiten istsehr bedeutend. Merlo verzeichnet mehrere, und erwähnt als Haupt-werk das seltene Trachtenbuch: „Imperii ac Sacerdotii ornatus itemgentium peculiaris vestitus. Exeudebat Abr. Brvin. Ilis adjunxit com-mentariolos Caesar, pontif. ac Sacerdotum Hadr. Damman Gand." Diesesseltene Werk ist dem Churfürstcn Gcbhard Baron von Walburg in