Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
216
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216 AD. (Anhang zu A. Dürer.) Nr. 355 — 356.

Dietrich Krüger ist nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt.Er ist wohl jener D. Krüger, welchem im Catalog Arctin folgendesWerk zugeschrieben wird : Naturae varios lusus et monstra videtis etc.,12 Blätter nach Gabriel Weyer, au. 8. Die Jahrzahl 101h über demMonogramme deutet wohl seine Blüthezeit an.

355. Johann Goossens in Cöln erscheint hier als Copist Dürer-TjP ^2_ \ scher Matter. Das gegebene Zeichen findet man auf einerh v Copie der Grablegung Christi nach dem Stiche A. Dürcr'sJD\ iC aus ^ er kleinen Passion, oder vielmehr nach der Copie•"-*") von Wilhelm de Hacn, dessen Zeichen (WUH) rechts oben

steht. Unten rechts ist das Täfclehen mit dem Zeichen Dürer's undIG. Die letzteren Buchstaben beziehen sich auf den Copisten JohannGoossens, über welchen wir unter der Abbreviatur lo. G., Jo. Goo.näher handeln werden.

Die genannte Copie findet man in folgendem Gebetbucho: Precet \Ac | lUedilationes \ Piae \ In mysleria Passionis ac Resurrectionis Dn. Je-su Xpi. colleclae per Georgium Scherer etc. Coloniae Agrippinae, Wilh.Fries 1000, 12. In diesem Werke sind noch 8 andere Copien vonJ. Goossens, so wie deren 6, welche G. Stempelius fertigen Hess. ImGanzen enthält das Gebetbuch 15 Copien nach Dürer und W. de Haen.

J. Heller, Leben A. Dürer's II. S. 344, möchte dem J. Goossens,oder Joh. van Goosen, wie er ihn irrig nennt, auch eine originalseitigeCopie von Dürer's Adam und Eva (B. No. 1) zuschreiben. Das Originalhat auf einer Tafel Dürer's Namen und dessen Monogramm mit 1004,auf der Tafel der Copie steht: ai.bertx» uvhkr iNVKivTon ioiiannksvan. Dieser „Johannes van" soll nun J. van Goosen seyn, wie sichaber unser Künstler nie nennt. Zani macht aus „ Johannes van"einen Giovanni van Adam, welcher Mehreres nach Dürer copirt habensoll. Ein Künstler dieses Namens ist unbekannt, und .1. Goossens istnicht der Copist. Die Nachbildung des Blattes mit Adam und Eva istsehr genau, wie von Goossens nicht zu erwarten ist.

356. D. Gerhard Stempelius aus Gouda in Holland, Canouicus des

8t. Georgenstiftes in Cöln und kurfürstlicher

/ /•f\( 9 "/ Mathematiker, gilt seit einiger Zeit irrthümlich

, S .Sl$*£ a / als Kupferstecher, da die Abbreviatur fi: cu:,

f*'- eur - —' fie : cur: bei der Nachbildung in fec. und [ecit

verwandelt wurde, statt „fieri curavit" zu lesen. Stempelius Hess meh-rere Andachtsblättcr stechen; so von Johann Sadeler ein kleines Eccohomo, mit der Bezeichnung: D. Stempelius fi» cu«, und anscheinlichvon einem unbekannten HOS fünf Blätter der kleinen Passion vonA. Dürer. In späteren Abdrücken kommen diese Copien in folgendemGebetbucho vor: Preces \ Ac \ Meditationes | Piae \ In mysteria Passionisac Hesurreclionis Dn. Jesu Xpi collectae per Georgium Scherer S. J. Co-loniae Agrippinae apud Wilh. Friessem seniorem. Anno IOOO, 12. Indieser Ausgabe kommen auch Passionsblättcr mit dem Zeichen desWilhelm de Haen vor, da Johann Goossens nicht die Blätter von Dürer,sondern die Nachbildungen des W. de Haen copirt hat, wie wenigstensMerlo ersehen zu haben glaubt. Die Copien des Stempelius sind vonder Gegenseite des Originals, und fast in der Grösse desselben:

1) Christus betet am Oelberge. Unten links auf dem Zettel Dürcr'sMonogramm und iOHO, unter demselben : D. G. Stempelius fie: cu.

2) Die Gefangennehmung Christi. Oben in der Mitte: />. ü. Stem-pelius fi: cu: 1500, unten gegen die Mitte das Zeichen Dürer's IOOO,

3) Christus vor Caiphas. Unten in der Mitte: D. G. Stepeliusfie: cur:, rechts 1500. Ohne Dürer's Zeichen.