Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
1030
Einzelbild herunterladen
 

1030

Oktober 1610.

halten sollen, werde nicht nachgelebt, indem des Erzherzogs Leopold (Bischofs von Straßburg) Oberst, ^Freiherr von Kriechingen, sich zu Markolsheim, ans österreichischem Boden, nahe an den Gränzen einqnw^habe und bereits eine gute Zeit daselbst verharre, täglich 16,000 Kommisbrodc, 30 Ochsen und 200Haber für seine Mannschaft verbrauche, was in der ganzen Umgegend eine bedeutende Theucrnng verurs"^und, wenn man dem Übel nicht vorbeuge, viel Ärgeres veranlassen könnte, denn die österreichischen Landowhaben bereits denen im Snndgau und Umgegend die Ausfuhr von Getreide verboten, wodurch der freie ^kehr, zuwider der Erbeinnng, aufgehoben sei; auf die daherige Beschwerde Basels habe die Regierung ^Ensisheim geantwortet, daß diese Lagerung zu Markolsheim ohne Wissen und Willen des Erzherzogs iWst'milian geschehe, daher sie diesem in aller Eile nach Prag darüber berichten werde; bald darauf habe gena'N^Negierung Basel benachrichtigt, daß der Erzherzog mit großem Mißfallen den Aufenthalt dieses Kriegsvolksseiner Jurisdiction vernommen habe und allen Ernst für Entfernung desselben anwenden werde, und daßnun, weil dieses Volk ohne Bezahlung nicht von der Stelle wolle, für Aufbringung der nöthigen Snnnne uMühe gebe; weil nun aber diesem Kriegsvolk täglich neuer Zuwachs ans Jülich zulaufe, so werde nichtdie Theuerung stets größer, sondern es sei noch Schlimmeres zu gewärtigen, weßhalb man ohne Verzug ^Sache thun müsse. Schaffhausen berichtet, daß ein ziemlicher Theil des Volks, das den unirten Kursusund Fürsten gedient habe, durch das Kinzigthal hinauf über die Baar durch die württembergischen und fin'^.bergischen Herrschaften gezogen sei, weßhalb die ganze Umgegend in großer Besorgniß gestanden habe;sei dasselbe ohne besondern Schaden nach Ulm gezogen, daher man von dieser Seite keine Besorgnißmüsse. Gleichen Bericht geben schriftlich auch die Bundesgenossen der Stadt Rottweil. Es werden nuuMittel zu Abwendung dieses Übels vorgeschlagen, nämlich entweder nachdrükliche Schreiben an die Parteien ^erlassen, oder aber Gesandte an sie abzuordnen. Weil aber in dergleichen Sachen Schreiben in dernicht viel geachtet, sondern auf die Seite gelegt werden, wird die Abordnung von Gesandten für wirst"erachtet und demnach Zürich, Bern, Lucern und Schwyz der Auftrag ertheilt, Gesandte zu ernennen,im Namen der XIII Orte am 28./18. October in der Stadt Waldshut sich versammeln und von dort "zu der einen oder andern Partei sich begeben sollen, wie sie es für angemessen erachten. Man will wübrigens keinen gemessenen Befehl ertheilen, da man ihnen zutraut, sie werden an ihrem Fleiß undnichts ermangeln lassen, um zu einem erwünschten Ziele zu gelangen, jedoch sollen sie so beförderlich als n^gzur Sache thun und jedenfalls um eine Antwort sich bewerben. I». Die Gesuche um Fenster und ^in den neuen Spital zu Utznach und in die Wirtschaft zum Ochsen in Altorf werden nci inskruenciuwnonnnen. «. Zürich eröffnet, es habe die Stadt Wintcrthur als Conferenzort der vier Ausgeschossene" ^Bestrafung der beim Gachnanger Auflauf betheiligten Khbnrger bezeichnet; wenn aber, wie es zu seinen' ^dauern vernommen habe, die katholischen Orte damit nicht einverstanden wären, möchten sie einen andern ^Grafschaft Kyburg gelegenen Ort vorschlagen. Diese entgegnen, sie haben gegen die Stadt Winterthnv

einzuwenden, aber auf der leztcn Tagsazung zu Baden sei verabschiedet worden, man lasse, was der Felst^in der Grasschaft Kyburg Leib und Leben betreffe, abzustrafen bleiben, was aber Ehre und Gut belang".

soll abzustrafen den Ausgeschossenen aufgetragen sein; demnach solle, was iin Thurgau gefehlt worden, "dort berechtiget werden. Nachdem Zürich replicirt, daß es wegen der Menge der Betheiligteu, Knndi d ^u. s. w. nicht wohl thunlich sei, alle in das Thurgau kommen zu lassen, daß ferner, wenn sein Volk n» ^Thurgauer zusammen kämen, leicht Reibungen entstehen könnten, besonders wenn man Gefangene