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Juli 1610. 1011
7«3.
Conferenz der V katholischen Orte.
Oersau 1K10, 29. Juki.
Staatsarchiv Lucern. Acten: Abschiede der deutschen Vogteicn.
^ Gesandte: Lucern. Johann Helmlin, alt-Schultheiß; Leodegar Pfyffer; Christof Feer, beide des Raths.
Johann Plauzer, Landcsfähnrich; Heinrich Troger, Zeugherr, beide des Raths. Schwyz. HeinrichMdener, Statthalter. Unterwalden. Niklans Ryser, Ritter, alt-Landaiilmanu, von Nidwalden. Zug.^ Jakob Frey, Statthalter; Paulus Jten, Sekelmeister und des Raths.
Dieser Tag ist ausgeschrieben worden um sich zu berathen, wie man sich nach den zu Baden gepflo-^uu> Verhandlungen in dem wichtigen Gachnangergeschäft weiter verhalten wolle. Nach Eröffnung der Jn-^"ctionen und allseitiger Besprechung findet man: 1. In Betreff der Resolution, welche Zürich geben soll,^ sich der Judicatur der das Thurgan regierenden Orte über seine fehlbaren, malefizisch erfundenen Un-banen unterwerfen wolle, läßt sich einstweilen nichts thnn, als daß die katholischen Orte, weil sie von Zürich^ den andern protestirenden Orten mit List in der Sache aufgehalten und herumgeführt werden, diese „mitarer Müntz" bezahlen, also daß sie die begehrte Resolution für einmal einstellen und sie nicht mehr anregen^ bessere Gelegenheit. 2. Bezüglich der Vollziehung der Strafen über die thnrganischen Unter-
au soll dem Landvogt und den Amtleuten zu Frauenfelo befohlen werden, genau sich zu erkundigen, ob
diese Bestrafung ohne Ruhestörung in Franenfeld vornehmen könne, den Katholischen Trost zuzusprechenöu versichern, daß man die Bestrafung keineswegs ersizen lassen werde und daß die katholischen Ortechre väterliche schüzende Hand über ihnen halten werden. Wenn eine Antwort eingegangen sein und
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inzwischen von den katholischen Orten eine Resolution begehren wird, kann man sich wieder versammeln^ ^ihjg werden, wie man sich weiter verhalten wolle, doch soll kein Ort vor dem andern „vorschießen",Ni, gemeinsamer Verständigung geschehen; inzwischen wird man sehen, ob Zürich gegen seine
i aren Untcrthanen etwas vornimmt oder nicht, gegen welches einseitige Vorgehen man übrigens zu Baden^ ^ pratestirt hat; je nachdem will man dann Antwort geben. Bis dorthin wird sich auch zeigen, wie die^l>ssache„ Italien sich anlassen. Der Conscqnenzen wegen kann man in dieser Sache durchaus nicht
^tu ' muß eifrig darauf dringen, daß der eine und andere Theil der zu Baden fcstgcsczten Jndi-
»»t> abgestraft werde. Das Alles wird zu Händen der Geheimen Räthe in den Abschied genominen
^ ^ soll jedes Ort in drei bis vier Tagen seine Stimme darüber nach Luccrn schiken, damit dieses dasLandvogt und die Amtleute erlassen kann. Und weil Freibnrg und Solothnrn diesem Ge-^ ^ bisher auch beigewohnt und darin ihr Bestes gethan haben, soll man ihnen diesen Rathschlag in allenste»^" mittheilen. I». (An die Geheimen Rätbe). Lncern macht Anzug wegen einer gemeinen Amts-k ' Kelche die Unterthanen in den Freiämtern alljährlich zusammenlegen sollten, um sie in Nöthen desgebrauchen zu können; ferner, daß man ihnen Hauptleute aus de» katholischen Orte» bezeichne,Ta-,/ ^ anzuführen haben. Hierüber soll jedes Ort seinen Gesandten auf nächste katholische
siH . ^"9 Vollmachten mitgeben, v. Betreffs des begehrten savoyischen Aufbruchs wird erinnert, man möchte'^'"blik auf die gegenwärtige» gefährlichen Zeiten im Vaterlande wohl bedenken und nicht eilen, son-^ öuvvr, wie schon verabschiedet worden ist, zu einer gemeinsamen Berathung kommen lassen. «I. Urs