göttlich, und es ist nichts, als ein Gebot der Vernunft,ihn zum Gotte zu machen. Daß diese vernünftige undherrliche Tat einem Papst aus dem von Weisheit undSchönheit durchleuchteten Hause der Medici Vorbehaltenist, das lesen nicht allein die Sternkundigen am Himmel,sondern es ist ohne weiteres logisch und wahrscheinlich.Was aber Christus betrifft, so würde zweifellos er selbstdie Kanonisation des antiken Philosophen nur billigenkönnen. Christi Erscheinen ist von den Sibyllen zumehreren Malen ausdrücklich geweissagt worden; anVirgils beziehungsvolle Verse brauche ich meinen Schü-ler nicht zu erinnern. Plato selbst hat, sicherer Über-lieferung nach, mit deutlichen Worten darauf hinge-wiesen, und bei Porphyrius steht zu lesen, daß die Götterdie ungewöhnliche Frömmigkeit und Religiosität desNazareners anerkannt, seine Unsterblichkeit bestätigt undim Ganzen das wohlwollendste Zeugnis für ihn abgelegthaben ... Kurz, mein Giovanni, ich bitte die Götter,mich den Tag erleben zu lassen, an dem du den Wunsch,den ich dir immer wieder ans Herz lege, erfüllen wirst;denn dieser Tag wird die schönste Frucht unserer ge-meinsamen platonischen Studien sein ... (Da der Kar-dinal in sich hineinkichert) Darf ich dich fragen, worüberdu dich erheiterst?
Giovanni: Nichts, nichts... über nichts, MeisterAngelo! Aber mir fiel ein, daß Bruder Girolamo neu-lich im Dom gesagt hat, in Platos „Gespräch über die
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