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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
Seite
186
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und wie gewöhnlich eine Schar vonKindern sich einfand, die ihn mit Spott-rufen und Gelächter verfolgten, strau-chelte ein Junge von etwa zehn Jahrenüber den Fuss eines anderen und schlugso heftig auf das Pflaster, dass ihm dasBlut aus der Nase und von der Stirnelief und er weinend liegen blieb. Als-bald wandte Tobias sich um, eilte aufden Gestürzten zu, beugte sich über ihnund begann mit milder und bebenderStimme ihn zu bemitleiden. „Du armesKind,“ sagte er, „hast Du Dir wehgethan?Du blutest! Seht, das Blut läuft ihmvon der Stirn herunter! Ja, ja, wieelend Du nun daliegst! Freilich, esthut so weh, dass es weint, das armeKind! Welch Erbarmen ich mit Dirhabe! Es war Deine Schuld, aber ichwill Dir mein Taschentuch um den Kopfbinden . . . So, so! Nun fasse Dichnur, nun erhebe Dich nur wieder . .Und nachdem er mit diesen Worten demJungen in der That sein eigenes Schnupf-tuch umgewunden hatte, stellte er ihnmit Sorgfalt auf die Füsse und gingdavon. Seine Haltung und sein Gesichtaber zeigten in diesem Augenblickeeinen entschieden anderen Ausdruck alsgewöhnlich. Er schritt fest und aufrecht,und seine Brust atmete tief unter demengen Gehrock; seine Augen hatten sich