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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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war entsetzlich, zu sehen, wie er, dervollkommen bereit gewesen war, mich alsglücklichen und überlegenen Menschenanzuerkennen, begann, mich zu durch-schauen, mich erstaunt anzusehen, kühlzu werden, überlegen zu werden, un-geduldig und widerwillig zu werdenund mir schliesslich seine Verachtungmit jede^ Miene zu zeigen. Er brachfrüh auf, und am nächsten Tage belehrtenmich ein paar flüchtige Zeilen darüber,dass er dennoch genötigt gewesen sei,abzureisen.

Es ist Thatsache, alle Welt ist vielzu angelegentlich mit sich selbst be-schäftigt, als dass man ernstlich eineMeinung über einen anderen zuhaben vermöchte; man acceptiert mitträger Bereitwilligkeit den Grad vonRespekt, den du die Sicherheit hast, vordir selber an den Tag zu legen. Sei,wie du willst, lebe, wie du willst, aberzeige kecke Zuversicht und kein bösesGewissen, und niemand wird moralischgenug sein, dich zu verachten. Erlebees andererseits, die Einigkeit mit dirzu verlieren, die Selbstgefälligkeit ein-zubüssen, zeige, dass du dich verachtest,und blindlings wird man dir rechtgeben. — Was mich betrifft, ich binverloren . . .

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