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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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möglicherweise in Unordnung. Ich warnicht kühl, nicht frei, nicht auf derHöhe der Situation. Das Gefühl, dassich, ein Fremder, Unberechtigter, Unzu-gehöriger, hier störte und mich lächer-lich machte, befiel mich. Unsicherheit,Hilflosigkeit, Hass und Jämmerlichkeitverwirrten mir den Blick, und mit einemWorte, ich führte meine munteren Ab-sichten aus, indem ich mit finster zu-sammengezogenen Brauen, mit heisererStimme und auf kurze, beinahe grobeWeise sagte:

— Ich bitte um ein Glas Wein.

Es ist vollkommen gleichgültig, obich mich irrte, als ich zu bemerkenglaubte, dass das junge Mädchen einenraschen und spöttischen Blick zu ihremFreunde hinüberspielen liess. Schwei-gend wie er und ich gab sie mir denWein, und ohne den Blick zu erheben,rot und verstört vor Wut und Schmerz,eine unglückliche und lächerliche Figur,stand ich zwischen diesen beiden, trankein paar Schlucke, legte das Geld aufden Tisch, verbeugte mich fassungslos,verliess den Saal und stürzte ins Freie.

Seit diesem Augenblicke ist es zuEnde mit mir, und es fügt der Sachebitterwenig hinzu, dass ich ein paarTage später in den Journalen die Ver-kündigung fand: