Druckschrift 
Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

171

einem nervösen Eifer der scherzhaftenWendung, dem guten Worte, der italie-nischen Anrede nach, mit der ich michihr zu nähern beabsichtigte . . .

Es währte eine gute Weile, bis ich inder schwerfällig vorwärts schiebendenMenge den Weg um den Saal zurück-gelegt hatte, — und in der That: als ichmich aufs neue bei der kleinen Wein-bude befand, war der Halbkreis vonHerren verschwunden, und nur derWohlbekannte lehnte noch am Schank-tische, indem er sich aufs lebhaftestemit der jungen Verkäuferin unterhielt.Nun wohl, so musste ich mir erlauben,diese Unterhaltung zu unterbrechen . . .Und mit einer kurzen Wendung verliessich den Strom und stand am Tische.

Was geschah? Ah, nichts! Beinahenichts! Die Konversation brach ab, derWohlbekannte trat einen Schritt zurSeite, indem er mit allen fünf Fingernsein rand- und bandloses Binocle er-fasste und mich zwischen diesen Fingernhindurch betrachtete, und die jungeDame liess einen ruhigen und prüfendenBlick über mich hingleiten — übermeinen Anzng bis auf die Stiefel hinab.Dieser Anzug war keineswegs neu, unddiese Stiefel waren vom Strassenkot be-sudelt, ich wusste das. Überdies warich erhitzt, und mein Haar war sehr