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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
Seite
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ging mir durch Mark und Bein. Sonüchtern, so langweilig, so bürgerlich!Nie habe ich ein kälteres und hohn-volleres Gefühl von Enttäuschung ge-kannt.

Den 11. Oktober (11 Uhr abends).

Verstehe ich es? Oh! glaubt mir, dassich es verstehe!

Vor anderthalb Stunden, als ich inmeinem Zimmer sass, kam der alteFranz zu mir herein; er zitterte undschluchzte. „Das Fräulein!“ rief er, „dasKind! Ach, kommen Sie schnell!“ —Und ich kam schnell.

Ich habe nicht geweint, und nur einkalter Schauer schüttelte mich. Sie lagin ihrem Bettchen, und ihr schwarzesHaar rahmte ihr blasses, schmerzlichesGesichtchen ein. Ich bin bei ihr nieder-gekniet und habe nichts gethan undnichts gedacht. — Doktor Gudehus kam.

„Das ist ein Herzschlag,“ sagte er undnickte wie einer, der nicht überraschtist. Dieser Stümper und Narr that, alshabe er es gewusst!

Ich aber— habe ich es verstanden? Oh,als ich allein war mit ihr — draussenrauschten Regen und Meer, und derWind heulte im Ofenrohr — da habeich auf den Tisch geschlagen, so klarwurde es mir in einem Augenblick!

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