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Der Kleine Herr Friedemann : Novellen
Entstehung
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Täglich wanderte er, mit der komischwichtigen Gangart, die Verwachsenenmanchmal eigen ist, zwischen den Giebel-häusern und Läden hindurch nach demalten Schulhaus mit den gotischen Ge-wölben ; und wenn er daheim seineArbeit gethan hatte, las er vielleicht inseinen Büchern mit den schönen, buntenTitelbildern oder beschäftigte sich imGarten, während die Schwestern derkränkelnden Mutter den Hausstandführten. Auch besuchten sie Gesell-schaften , denn Friedemanns gehörtenzu den ersten Kreisen der Stadt; abergeheiratet hatten sie leider noch nicht,denn ihr Vermögen war nicht eben gross,und sie waren ziemlich hässlich.

Johannes erhielt wohl ebenfalls vonseinen Altersgenossen hie und da eineEinladung, aber er hatte nicht vielFreude an dem Verkehr mit ihnen. Ervermochte an ihren Spielen nicht teil-zunehmen, und da sie ihm gegenübereine befangene Zurückhaltung immerbewahrten, so konnte es zu einerKameradschaft nicht kommen.

Es kam die Zeit, wo er sie auf demSchulhofe oft von gewissen Erlebnissensprechen hörte; aufmerksam und mitgrossen Augen lauschte er, wie sie vonihren Schwärmereien für dies oder jeneskleine Mädchen redeten, und schwieg