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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Wie eigentümlich doch schliessen sich nun die Zeiten -schliesst sich diejenige, in der ich schreibe, mit der zu-sammen, die den Raum dieser Biographie bildet! Denn dieletzten Jahre des geistigen Lebens meines Helden, diese bei-den Jahre 29 und 30, nach dem Scheitern seines Ehe-Planes,dem Verlust des Freundes, der Hinwegnahme des wunderbarenKindes, das zu ihm gekommen war, sie gehörten ja schon demHeraufsteigen und Umsichgreifen dessen an, was sich danndes Landes bemächtigte und nun in Blut und Flammen unter-geht.

Es waren für Adrian Leverkühn Jahre, einer ungeheuerenund hocherregten, man ist versucht, zu sagen: monströsen,den teilnehmenden Anwohner, selbst in einer Art von Taumeldahinreissenden schöpferischen Aktivität, und unmöglich konn-te man sich des Eindrucks erwehren, als bedeute sie Sold undAusgleich für den Entzug an Lebensglück und Liebeserlaubnis,dem er unterworfen gewesen war. Ich spreche von Jahren, abermit Unrecht: nur ein Teil davon genügte, nur die zweite Hälf-te des einen -und einige Monate des anderen, um das Werk, seinletztes und etwas geschichtlich Letztes und Äusserstes inder Tat, zu zeitigen: die Symphonische Kantate "Dr. FaustiWeheklag", deren Plan, wie ich schon verriet, vor den Aufent-halt Uepomuk Schneideweins in Pfeiffering zurückgeht, und derich nun mein armes Wort zuwenden will.

Ich darf zuvor nicht unterlassen, auf die persönlicheKondition ihres Schöpfers, eines damals Vierundvierzigjähri-gen, auf seine Erscheinung und Lebensweise, wie sie sichmeiner immer gespannten Beobachturg darsteilten, ein Licht zuwerfen. Was mir dabei zuerst in die Feder kommt, ist dieTatsache, auf die ich in diesen Blättern schon frühzeitig

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