Ehren ihren Geschäften nachgingen und nichts zu wissen ver-suchten, obgleich der Wind ihnen den Stank verbrannten Men-schenfleisches von dorther in die Nasen blies, - erklärt siefür mitschuldig an den nun blossgelegten Greueln, auf dieer sie zwingt, die Augen zu richten. Mögen sie schauen -ich schaue mit ihnen, ich lasse mich schieben im Geiste vonihren stumpfen oder auch schaudernden Reihen. Der dickwandigeFolterkeller, zu dem eine nichtswürdige von Anbeginn demNichts verschworene Herrschaft Deutschland gemacht hatte,ist aufgebrochen, und offen liegt unsere Schmach vor den Au-gen der Welt, der fremden Kommissionen, denen diese unglaub-würdigen Bilder nun allerorts vorgeführt werden, und die zuHause berichten: was sie gesehen übertreffe an Scheusslich-keit alles, was menschliche Vorstellungskraft sich ausmalenkönne. Ich sage: unsere Schmach. Denn ist es blosse Hypo-chondrie, sich zu sagen, dass alles Deutschtum, auch derdeutsche Geist, der deutsche Gedanke, das deutsche Wort vondieser entehrenden Blossstellung mitbetroffen und in tiefeFragwürdigkeit gestürzt worden ist? Ist es krankhafte Zer-knirschung, die Frage sich vorzulegen, wie überhaupt nochin Zukunft "Deutschland" in irgend einer seiner Erscheinun-gen es sich soll herausnehmen dürfen, in menschlichen Angele-genheiten den Mund aufzutun?
Man nenne es finstere Möglichkeiten der Menschennatur über-haupt, die hier zu Tage kommen, - deutsche Menschen, Zehn-tausende, Hunderttausende, sind es nun einmal, die verübthaben, wovor die Menschheit schaudert, und was nur immer aufdeutsch gelebt hat, steht da als ein Abscheu und als Beispieldes Bösen. Wie wird es sein, einem Volke anzugehören, des-sen Geschichte dies grässliche Misslingen in sich trug, ei-nem an sich selber irre gewordenen, seelisch abgebranntenVolk, das eingestandenermassen daran verzweifelt, sich selbstzu regieren und es noch für das Beste hält, zur Kolonie fremder
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